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Der Zusammenhang zwischen Hör- und Sehbeeinträchtigungen und einem erhöhten Risiko für eine Demenz wurde bereits mehrfach in Studien bestätigt. Eine der umfassendsten Untersuchungen im Hinblick auf Hörschäden und Demenz stammt aus Australien und verband zwei Ansätze: eine Kohorten-Studie mit knapp 38.000 älteren Männern und eine Meta-Analyse von 14 vorhandenen Studien zum Thema.

Ältere Frau hält eine Brille, zu sehen sind nur ihre Hände.

Die Autoren fanden sowohl in den eigenen Daten als auch in der Meta-Analyse Belege für den Zusammenhang zwischen Demenz und Hörschädigung. Das Ergebnis der Kohorten-Studie: Die Männer mit Hörbeeinträchtigungen hatten ein 69 Prozent höheres Risiko, eine Demenz zu entwickeln, als Männer ohne Hörschaden. Im Durchschnitt waren die Probanden 72,5 ± 4,6 Jahre alt. In einer Meta-Analyse führten die australischen Forscher die Daten von 14 Studien über den Zusammenhang von Schwerhörigkeit und Demenz zusammen – und errechneten ein um 49 Prozent erhöhtes Demenzrisiko beim Vorliegen von Hörbeeinträchtigungen.

Hörschäden sind veränderbare Risikofaktoren

Wichtig sind diese Erkenntnisse aus Sicht der Autoren vor allem, weil Hörschäden als Risikofaktoren für eine Demenz veränderbar sind: Es gibt wirksame Behandlungen und Hilfsmittel, zum Beispiel Hörgeräte. Die Forscher empfehlen daher verstärkte Anstrengungen, um Hörschäden durch entsprechende Interventionen entgegenzuwirken. Dies sei insbesondere vor dem Hintergrund von Forschungserkenntnissen relevant, nach denen Schwerhörigkeit im mittleren Alter bis zu 9,1 Prozent der Demenzfälle weltweit ausmachen kann.

Personen mit gleichzeitigen Hör- und Sehbehinderungen hatten höchstes Demenzrisiko

Eine weitere Studie, die in der Zeitschrift Alzheimer’s and Dementia veröffentlicht wurde, hat ebenfalls den Zusammenhang zwischen Hörbeeinträchtigungen und Demenz und zusätzlich den zwischen Seh-Beeinträchtigungen und Demenz untersucht. Dabei ging es um selbst berichtete Einschränkungen von knapp 3.200 Probanden (aus zwei deutschen Längsschnitt-Studien). Das Ergebnis: Selbst berichtete Hör- und Sehbehinderungen waren jeweils unabhängig voneinander mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden. Personen, die an beiden leiden, hatten das höchste Risiko, eine Demenz zu entwickeln. Nach Ansicht der Forscher*innen sollte untersucht werden, ob eine früh einsetzende Behandlung von Sinnesbehinderungen die Kognition erhalten kann.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://alz-journals.onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1016/j.jalz.2019.06.4523
https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S037851221830118X?via%3Dihub

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