Die Qualität der Daten ist ein zentrales Kriterium für den Erfolg eines öffentlich geförderten Forschungsprojekts. Diese Qualität ist umso wichtiger, als die aus den Daten gewonnen Informationen der evidenzbasierten Entscheidungsfindung in der Politik dienen. In diesem Falle werden die Daten dem Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP) und der Bayerischen Staatsregierung zur Versorgungsplanung in Bayern bereitgestellt.

Um eine hohe Qualität der Befragungen und Daten zu gewährleisten, wurde im Projekt digiDEM Bayern ein engmaschiges Qualitätsmanagement-System mit regelmäßigen Prüfungen der Befragungs- und Datenqualität etabliert. Die Projektleitung arbeitet stetig daran, das Qualitätsmanagement-System zu verbessern und weiterzuentwickeln, insbesondere um rechtlichen und technologischen Entwicklungen Rechnung zu tragen.

Maßnahmen zur Qualitätssicherung

Zur Sicherstellung einer hohen Befragungs- und Datenqualität werden verschiedene Maßnahmen regelmäßig umgesetzt und dokumentiert.

Als erste Maßnahme werden die Teilnehmenden an digiDEM Bayern in regelmäßigen Abständen telefonisch kontaktiert. Bei der telefonischen Kontaktaufnahme liegt der Schwerpunkt auf der Feststellung der Zufriedenheit der Teilnehmenden mit der Befragung. Hierbei erfolgt keine bewusste Selektion der anzurufenden Teilnehmenden, vielmehr umfassen die stichprobenartigen Kontrollen alle Forschungspartner*innen in allen bayerischen Regierungsbezirken, die an digiDEM Bayern beteiligt sind.

Als zweite Maßnahme wird eine regelmäßige Überprüfung der Vollständigkeit und Plausibilität aller in digiDEM Bayern erhobenen Daten durchgeführt. Die Datenerhebung erfolgt mit der Registersoftware REDCap, die im wissenschaftlichen Bereich weit verbreitet ist. Auf diese Weise haben die Mitarbeitenden von digiDEM Bayern direkt nach der Dateneingabe Zugriff auf die pseudonymisierten Daten und können deren Vollständigkeit und Plausibilität prüfen. Die Ergebnisse werden in internen Arbeitssystemen dokumentiert.

Profile der Forschungspartner*innen

Im Rahmen der Datenerhebung arbeitet das Projekt digiDEM Bayern eng mit Forschungspartner*innen zusammen. Forschungspartner*innen sind Einrichtungen oder Einzelpersonen, die in der Versorgung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen und/oder deren An- und Zugehörigen aktiv sind. Im Folgenden findet sich eine tabellarische Übersicht über mögliche Forschungspartner*innen:

KategorieZugehörige Einrichtungstypen
Ambulante DiensteAmbulanter Pflegedienst, Betreuungsdienst, Sozialstation
Apotheken
Ärzte/ÄrztinnenArzt/Ärztin, Praxis, Klinik
Betreute WohneinrichtungenDemenz-WG, Betreutes Wohnen
FachstellenFachstelle für pflegende Angehörige, Fachstelle für Seniorarbeit
GedächtnisambulanzenNeurologie, Gedächtnissprechstunde, Memoryklinik, Ambulante Psychiatrische Dienste
EinzelpersonenEhrenamtlich tätige Personen, im Gesundheitswesen freiberuflich tätige Personen
TageseinrichtungenTagespflege, Betreuungsgruppe, Seniorenzentrum, Mehrgenerationenhaus

Kriterien für die Auswahl der Forschungspartner*innen

Die Forschungspartner*innen werden anhand der im Folgenden definierten Kriterien ausgewählt:

  • Zugang und Kontakt zu Menschen mit kognitiven Einschränkungen und / oder deren pflegenden An- und Zugehörigen
  • Professioneller Hintergrund in der Versorgung von Menschen mit kognitiven Einschränkungen und / oder deren pflegenden An- und Zugehörigen
  • Erfahrung im Umgang mit Menschen mit kognitiven Einschränkungen und / oder deren pflegenden An- und Zugehörigen
  • Ehrenamtlich tätige Personen auf persönliche Empfehlung der regionalen Projektassistenzen und / oder bestehender Forschungspartner*innen.

Die Zusammenarbeit mit den Forschungspartner*innen wird in digiDEM Bayern im Rahmen einer Kooperations- und Datenschutzvereinbarung vertraglich geregelt. Um eine hohe Befragungs- und Datenqualität sicherzustellen, werden die Forschungspartner*innen vor Beginn der Datenerhebung systematisch geschult. Die Forschungspartner*innen erhalten nach Abschluss der Schulung ein entsprechendes Zertifikat. Zudem werden die Forschungspartner*innen verpflichtend einmal pro Jahr nachgeschult.

Die zuvor genannten generellen Kriterien zur Zusammenarbeit werden im Rahmen der Schulungsanmeldung geprüft.

Die Ergebnisse der Überprüfung der Befragungs- und Datenqualität werden dem StMGP als Drittmittelgeber für das Projekt digiDEM Bayern in Form von regelmäßigen Berichten kommuniziert. Die ständige Weiterentwicklung und Verbesserung des QM-Systems wird zudem in Abstimmung mit dem StMGP realisiert. Dies ist insbesondere wichtig, um die zweckmäßige Verwendung der vom StMGP bereitgestellten Fördermittel aus Steuergeldern sicherzustellen.