Demenz – was ist das?

Demenz ist eine fortschreitende Erkrankung der Nervenzellen im Gehirn, die zu einer allgemeinen Verschlechterung der kognitiven Fähigkeiten des Betroffen führt. Bei diesen Fähigkeiten handelt es sich um die Aufmerksamkeit, die Sprache, das Denkvermögen und den Orientierungssinn. Zusätzlich können je nach Ursache weitere Symptome hinzukommen. Die Wahrscheinlichkeit einer Demenzerkrankung nimmt mit dem Alter zu (1).

Der Abbau der Nervenzellen im Gehirn beginnt bereits lange vor dem Auftreten der ersten Symptome. Zu Beginn der Erkrankung stehen leichtgradige Einschränkungen kognitiver Fähigkeiten, die sich meistens nicht auf den Alltag der Betroffenen auswirken und daher auch selten wahrgenommen werden. In diesem frühen Stadium ist oft das Kurzzeitgedächtnis betroffen. Der Zustand wird als leichte kognitive Beeinträchtigung (engl. Mild Cognitive Impairment (MCI)) bezeichnet, wenn die Gehirnleistung schlechter ist als für das Alter normalerweise erwartet. Ungefähr die Hälfte der Betroffenen entwickeln innerhalb von fünf Jahren eine Demenz (2).

Häufigkeiten


Häufigkeiten

In Deutschland leben epidemiologischen Studien zufolge etwa 1,7 Millionen Menschen mit Demenz. Hiervon wohnen mehr als 240.000 betroffene Männer und Frauen in Bayern. Bis zum Jahr 2030 soll sich diese Zahl in Bayern auf mehr als 300.000 erhöhen.

Gesundheitskosten


Gesundheitskosten

Die durchschnittlichen gesellschaftlichen Gesamtkosten steigern sich im Verlauf der Erkrankung von ca 16.000 € bei leichter Demenz auf bis zu ca. 45.000 € bei mittelschwerer/schwerer Demenz (GERAS-Studie) pro Person pro Jahr (2016).

Angehörige


Angehörige

Im Frühstadium der Demenz wird die Versorgung hauptsächlich durch pflegende Angehörige geleistet. Deshalb betrifft Demenz nicht nur Menschen mit Demenz, sondern stets auch ihre Angehörigen. Mehr als 70% der pflegenden Angehörigen in Deutschland sind weiblich (BayDem).

Ländlicher Raum


Ländlicher Raum

Die Versorgung von Demenz im ländlichen Raum gestaltet sich als überaus schwierig. So ist der Zugang von Menschen mit Demenz zur zeitnahen Abklärung und Diagnostik in ländlich geprägten Regionen nur schwer oder gar nicht möglich.


Digitalisierung als Antwort auf die Herausforderung

Um die Demenzversorgung, besonders in der Häuslichkeit, zu optimieren, bedarf es innovativer Lösungsansätze. Eine Möglichkeit bietet die Digitalisierung. Digitale Technologien haben den wesentlichen Vorteil, dass sie allzeit verfügbar sind, unabhängig vom Zeitbudget und der Anzahl der Dienstleister*innen. So können sie gerade in strukturschwachen ländlichen Regionen die medizinischen und pflegerischen Angebote ergänzen und erweitern. Das Versorgungsforschungsprojekt digiDEM Bayern ist beispielhaft für einen digitalen Forschungs- und Versorgungsansatz bei Demenz.

Das Projekt „digiDEM Bayern“ besteht aus zwei Säulen: Zum einen wird ein Demenzregister aufgebaut, um Verläufe der Krankheit und die Lebenslagen der Angehörigen zu erforschen. Zum anderen werden digitale Unterstützungsangebote entwickelt. Dazu zählen ein „Wegweiser Demenz“ und Therapien für Betroffene.


1. Kurz, A., Freter, H.-J., Saxl, S., and Nickel, E. (2019). Demenz. Das Wichtigste: Ein kompakter Ratgeber. Deutsche Alzheimer Gesellschaft e.V.

2. Kressig, R. W., Rüegger-Frey, B., and Haas, J. (2010). Leichte kognitive Beeinträchtigung (MCI). Alzheimer Schweiz.