Auch als Wochenend-Sportler das Gehirn schützen?

Auch als Wochenend-Sportler das Gehirn schützen?

Wer unter der Woche kaum Zeit für Sport hat und die empfohlene Bewegung auf ein oder zwei Tage zusammenpresst, gilt als sogenannter „Weekend Warrior“ (Wochenend-Krieger). Eine aktuelle Übersichtsarbeit aus China hat 13 Studien mit insgesamt über 100.000 Erwachsenen ausgewertet und untersucht, ob dieses Bewegungsmuster ähnliche Vorteile für Gehirn und psychische Gesundheit bringen kann wie regelmäßiger Sport.

Die Weltgesundheitsorganisation empfiehlt Erwachsenen mindestens 150 Minuten moderate oder 75 Minuten intensive Bewegung pro Woche. „Weekend Warriors“ erreichen dieses Ziel, indem sie mindestens die Hälfte ihrer wöchentlichen Bewegung an einem oder zwei Tagen absolvieren. Ein Teil der ausgewerteten Studien verfolgte die Teilnehmenden über bis zu 16 Jahre, andere erfassten den Gesundheitszustand zu einem einzigen Zeitpunkt. Untersucht wurden Zusammenhänge mit Demenz, Parkinson, Depressionen, Angstzuständen und allgemeiner geistiger Leistungsfähigkeit.

Demenz und Parkinson: Weekend Warriors ähnlich gut geschützt

Alle vier Studien, die diesen Zusammenhang untersuchten, kamen zu einem übereinstimmenden Ergebnis: Menschen, die ihre wöchentliche Bewegung auf ein oder zwei Tage konzentrierten, hatten ein geringeres Risiko, an Demenz oder Parkinson zu erkranken, als Menschen, die sich kaum bewegten. Der Schutzeffekt war dabei ähnlich groß wie bei Menschen, die regelmäßig über die Woche verteilt sportlich aktiv waren. Eine Studie zeigte zudem, dass dieser Zusammenhang besonders bei Menschen mit langen täglichen Sitzzeiten ausgeprägt war.

Depression und Angst: Bewegung wirkt, auch geballt

Die Mehrzahl der einbezogenen Studien zeigte, dass das Weekend-Warrior-Muster auch mit einem niedrigeren Risiko für Depressionen und Angstzustände verbunden war. Die Schutzwirkung war dabei vergleichbar mit der von regelmäßigem Sport.

Geistige Leistungsfähigkeit: Ergebnisse hängen von der Zielgruppe ab

Zwei Studien untersuchten den Zusammenhang mit der geistigen Leistungsfähigkeit. Bei älteren Frauen zeigte das Weekend-Warrior-Muster deutliche Vorteile gegenüber körperlicher Inaktivität. Bei Menschen mit depressiven Symptomen war der positive Zusammenhang mit der geistigen Leistungsfähigkeit vor allem bei regelmäßigem Sport erkennbar, nicht aber beim Weekend-Warrior-Muster.

Grenzen der Studie

Die Autorinnen und Autoren weisen ausdrücklich darauf hin, dass die meisten Studien auf Selbstauskünften zur Bewegung beruhen und keine direkten Ursache-Wirkungs-Zusammenhänge belegen können. Für gesicherte Aussagen seien Studien mit höherer Beweiskraft notwendig.

Tipp für die Praxis: Bewegung ist einer der wichtigsten beeinflussbaren Risikofaktoren für Demenz. Auch wer nur an wenigen Tagen sportlich aktiv ist, kann das Demenzrisiko effektiv senken. Wer wissen möchte, wie es um das eigene Demenzrisiko steht und was man persönlich tun kann, findet mit dem Präventionscoach Demenz® von digiDEM Bayern einen kostenlosen digitalen Einstieg mit individuellen Empfehlungen.

Hier geht’s zur Studie: The Association Between „Weekend Warrior“ Physical Activity Pattern and Neuropsychological Outcomes: A Systematic Review

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