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Sie soll die Fähigkeit stärken, Krisen zu meistern und einschneidende Erlebnisse ohne bleibende Schäden zu bewältigen: die psychische Widerstandskraft oder auch Resilienz. In unserem Webinar erläutern wir die Grundlagen des Resilienz-Konzepts. Hier können Sie sich das Webinar noch einmal ansehen. Wir freuen uns über Feedback in den Kommentaren!

Hier gibt es das Webinar als PDF zum Download.

Fragen der Teilnehmer*innen und Antworten des Webinar-Teams:

In wieweit ist die Resilienz bei Menschen mit Demenz erkennbar/messbar?

Die Diagnose einer Demenz geht bei den Betroffenen mit einer höheren psychischen Belastung einher. Vor allem in diesem Zusammenhang gewinnt das Thema Resilienz bei Menschen mit Demenz besondere Bedeutung. Eine hohe mentale Widerstandsfähigkeit ermöglicht eine Anpassung an die mit Demenz einhergehenden veränderten körperlichen, kognitiven und sozialen Lebensumstände. Ein aktueller Beitrag beschäftigt sich ausführlich mit Resilienz und Demenz:

Jenull, B., & Bostjancic, G. (2019). Resilienz und Demenz. In Gesundheitsförderung und Prävention für Menschen mit Demenz (pp. 155-168). Springer, Berlin, Heidelberg.

Eine konkrete Vorgehensweise zur Messung der Resilienz bei Menschen mit Demenz ist uns nicht bekannt. Werden Resilienz und Demenz betrachtet, spielt jedoch die kognitive Reserve eine Rolle. Als kognitive Reserve wird eine trotz altersbedingter Veränderungen gut erhaltene Kognition bezeichnet (Fellgiebel 2018). Kognition bezeichnet das Denken und umfasst verschiedene kognitive Fähigkeiten (z.B. die Erinnerung, das Lernen) und geistige Prozesse (z.B. Gedanken, Meinungen)(Lexikon für Psychologie und Pädagogik). Eine aktuelle Studie untersucht den Zusammenhang zwischen der kognitiven Reserve und dem Risiko einer leichten kognitiven Beeinträchtigung (MCI) und einer Demenzentwicklung. Zur Bestimmung der kognitiven Reserve wurde ein Index als Maßzahl gebildet. Einbezogen wurde die Bildung, kognitive Aktivität im frühen, mittleren und späten Lebensalter, die soziale Aktivität sowie das soziale Netzwerk im späteren Lebensalter. Die Ergebnisse zeigen, dass die kognitive Reserve in Zusammenhang mit einer Senkung des Risikos für MCI und dem Übergang zu einer Demenz steht (Xu et al. 2020).

Die Bedeutung der kognitiven Reserve bei Menschen mit Demenz wird in unserem nächsten Webinar „Resilienz und Demenz“ genauer erläutert.

Gibt es einen Zusammenhang von Kriegstraumata und Demenz? Wie ist Resilienz hier wirksam?

Negative Erfahrungen in der Kindheit können mit Demenz in Verbindung gebracht werden. In einer aktuellen Studie von Tani, Fujiwara und Katsunori (2020) wird der Zusammenhang zwischen ungünstigen Kindheitserfahrungen und Demenz bei älteren japanischen Erwachsenen untersucht. Die Ergebnisse zeigen, dass drei oder mehr ungünstige Erfahrungen in der Kindheit mit einem erhöhten Demenzrisiko bei älteren japanischen Erwachsenen verbunden waren.

Gibt es Studien bzw. Erfahrungen dazu, durch Meditationstechniken die Resilienz bei Demenz zu fördern?

Eine Studie, die sich mit Achtsamkeit, Meditation, Kognition und Stress bei Menschen mit Alzheimer-Demenz (AD), Demenz, leichten kognitiven Beeinträchtigungen und subjektivem kognitivem Rückgang beschäftigt, ist: „Mindfulness and meditation: treating cognitive impairment and reducing stress in dementia“.

Die Studie untersucht den Einsatz von Meditation als Verhaltensintervention zur Stressreduzierung und Verbesserung der kognitiven Funktionen. In der Übersichtsarbeit von Russell-Williams und Kollegen aus dem Jahr 2018 wird die Wirksamkeit von achtsamkeitsbasierten Verfahren bei Menschen mit Demenz und leichten kognitiven Beeinträchtigungen (MCI) belegt. Die Verfahren zeigen eine positive Wirkung auf kognitive Fähigkeiten und eine Reduzierung des Stressniveaus.

Mittwoch, 15.07.2020, 11.00-11.30 Uhr

Kristina Holm

Wissenschaftliche Mitarbeiterin M. Sc.

Vortrag und Moderation

Anna Kirchner

Wissenschaftliche Mitarbeiterin M. Sc.

Betreuung Chatroom & Fragen

Im Webinar „Innere Stärke: Die Grundlagen des Resilienz-Konzepts“ erklären wir, was hinter dem Begriff Resilienz steht und welche Rolle sie in der Gesundheitsförderung spielt. Außerdem gehen wir darauf ein, welche Anknüpfungspunkte es zum Umgang mit Demenzerkrankungen gibt.

In den letzten Jahren ist der Begriff der Resilienz immer weiter in den Mittelpunkt des  öffentlichen und wissenschaftlichen Interesses gerückt. Der Blick auf die Forschung zur Resilienz hat sich im Zuge der Corona-Pandemie weiter verstärkt. Gerade jetzt sind Bewältigungsstrategien gefragt, um mit dieser außergewöhnlichen Situation umzugehen. 

Hier finden Sie unser zweites Webinar über Resilienz: „Resilienz und Demenz“

Mit der Webinar-Reihe „Science Watch LIVE“ bieten wir einen zusätzlichen Service zu unserem monatlichen Newsletter digiDEM Bayern Science Watch, in dem wir wissenschaftliche Erkenntnisse aus der Demenzforschung bereitstellen.  

Vor dem Hintergrund massenhaft verbreiteter Halbwahrheiten und Fake News, aktuell zum Beispiel über das neue Corona-Virus, ist gerade jetzt evidenzbasierte Wissenschaft gefragt. Es ist wichtiger denn je, wissenschaftliche Erkenntnisse so zu vermitteln, dass sie für die Gesellschaft verständlich sind und ein Austausch darüber gefördert wird. Dazu möchten wir als digiDEM Bayern-Projektteam beitragen, jetzt auch mit digiDEM Bayern Science Wach LIVE.

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