Ehrenamtlich Tätige sind ein wichtiger Baustein bei der Versorgung von Menschen mit Demenz und der Entlastung von pflegenden Angehörigen.

Aufgrund des demografischen Wandels, der veränderten familiären Strukturen und der steigenden Anzahl an Demenzerkrankungen ist die Förderung freiwilligen Engagements im Themenfeld Demenz immer mehr in den Fokus der Politik gerückt. Darüber hinaus beschäftigen sich auch zunehmend Forscher*innen damit, ob ehrenamtliche Tätigkeit eine positive Auswirkung auf die kognitiven Fähigkeiten der Ehrenamtlichen hat.

Das digiDEM Bayern Team hat die Thematik von zwei verschiedenen Seiten betrachten. Zum einen wurde die hohe Relevanz bürgerschaftlichen Engagements in Bezug auf Unterstützung und Pflege von Menschen mit Demenz thematisiert. Zum anderen wurden zwei wissenschaftliche Arbeiten vorgestellt, welche untersuchen, ob eine ehrenamtliche Tätigkeit die kognitiven Fähigkeiten der Ehrenamtlichen positiv beeinflussen kann. So könnte bürgerschaftliches Engagement die Ehrenamtlichen selbst vor der Entwicklung einer Demenz schützen.

Hier gibt es das Webinar als PDF zum Download.

Fragen der Teilnehmer*innen und Antworten des Webinar-Teams:

Wurden in der Übersichtsarbeit die Art und der Umfang des Ehrenamts erhoben?

Bei vier der Studien handelte es sich um generationenübergreifendes ehrenamtliches Engagement, beispielsweise haben ältere Personen Kinder beim Lesen unterstützt. Bei allen anderen Studien wurde die Art des Ehrenamts nicht betrachtet.

Der Umfang der ehrenamtlichen Tätigkeit wurde in circa der Hälfte der eingeschlossenen Studien nicht analysiert. Hier wurde nur gefragt, ob generell ein Ehrenamt ausgeübt wird, unabhängig davon wie häufig. Bei den anderen Studien wurde beispielsweise gefragt „Wie viele Stunden pro Woche sind Sie ehrenamtlich aktiv?“.

Macht es einen Unterschied für die Kognition, welche Art des Ehrenamts durchgeführt wird?

Bisher wird die Art des Ehrenamts in Studien, welche die Auswirkungen von Ehrenamt auf die Kognition der Ehrenamtlichen untersuchen, nur selten betrachtet. Daher kann man hierzu keine wissenschaftliche, verlässliche Aussage treffen. Unterschiedliche Anforderungen von kognitiven, sozialen und körperlichen Komponenten der ehrenamtlichen Tätigkeit, könnten sich allerdings auch in unterschiedlichem Ausmaß auf die Kognition auswirken.

Gibt es noch andere positive, gesundheitliche Effekte für Ehrenamtliche neben der Kognition?

Es gibt zwei gesundheitsförderliche Aspekte die bereits wissenschaftlich gut untersucht wurden. Zum einen haben Ehrenamtliche durchschnittlich weniger depressive Symptome als Personen, die kein Ehrenamt ausüben. Zum anderen leben Ehrenamtliche im Durchschnitt auch tatsächlich länger als nicht-ehrenamtlich tätige Personen.

Dienstag, 26.10.2021, 11.00-11.45 Uhr

digiDEM Bayern-Mitarbeiterin Anne Keefer

Anne Keefer

Wissenschaftliche Mitarbeiterin M. Sc.

Moderation

Jana Rühl

Wissenschaftliche Mitarbeiterin M. Sc.

Betreuung Chatroom & Fragen

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