Kommunikationsschwierigkeiten gehören zu den belastendsten Situationen einer Demenz. Wenn Gespräche schwieriger werden und das gegenseitige Verständnis nachlässt, steigen bei den Betroffenen oft Frustration und soziale Isolation. Doch nicht nur die Erkrankten leiden: Eine aktuelle Übersichtsarbeit verdeutlicht, dass die Kommunikationsbarrieren eine Ursache für Stress und Burnout bei pflegenden An-Zugehörigen sind.

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Unterstützung für das soziale Gefüge

Die im Jahr 2025 veröffentlichte Studie wertete 23 internationale Untersuchungen aus, um wirksame Strategien für das Umfeld von Menschen mit Demenz zu identifizieren. Dabei wurde deutlich, dass die Unterstützung der Kommunikation weit über medizinische Aspekte hinausgehen muss. Ein ganzheitlicher, personenzentrierter Ansatz ist entscheidend, um die Widerstandsfähigkeit der Pflegenden zu fördern.

Tagespflege als wichtiger Entlastungsfaktor

Ein zentrales Ergebnis der Analyse ist, dass Tagespflegeangebote pflegende An- und Zugehörige spürbar entlasten können. Die Nutzung dieser Dienste trägt dazu bei, die psychische Belastung und die depressiven Symptome der Pflegenden zu senken. Durch die zeitliche Entlastung erhalten An- und Zugehörige wichtige Freiräume für ihre eigene Selbstfürsorge. Dies fördert die langfristige Stabilität der häuslichen Pflegesituation und hilft dabei, die psychische Gesundheit der Pflegenden stabil zu halten. Gleichzeitig können Menschen mit Demenz so länger in der Häuslichkeit verbleiben.

Schulungsmaßnahmen und technologische Hilfsmittel

Neben der Nutzung professioneller Tagespflegeangebote erwiesen sich gezielte Schulungsprogramme und Beratungsangebote als effektiv. Diese helfen Pflegenden, die veränderten Kommunikationsbedürfnisse besser zu verstehen und darauf zu reagieren. Auch technologische Hilfsmittel werden als zunehmend wichtig eingestuft, um den Alltag zu erleichtern und den Austausch aufrechtzuerhalten.

Fokus auf Begleiterkrankungen

Die Autoren betonen, dass Unterstützungssysteme künftig noch individueller auf Begleiterkrankungen wie Schwerhörigkeit zugeschnitten sein müssen. Da unversorgte Hörprobleme die Kommunikationsbarrieren zusätzlich verschärfen, ist eine frühzeitige Behandlung solcher Defizite essenziell. Dies verbessert nicht nur die Teilhabe der Menschen mit Demenz, sondern reduziert auch die tägliche Belastung für die pflegenden An- und Zugehörigen.

Tipp für die Praxis: Achten Sie frühzeitig auf zusätzliche Beeinträchtigungen durch   Schwerhörigkeit oder Sprachstörungen und lassen Sie diese professionell abklären. Die Nutzung von professionellen Schulungsprogrammen und Beratungsangeboten kann Ihnen helfen, Ihre eigene psychische Gesundheit stabil zu halten und die Beziehung zum Erkrankten zu stärken. Mit der digiDEM-Angehörigenampelkönnen Sie in einem einfachen Selbsttest herausfinden, wie es um Ihre Belastung bestellt ist.

Hier geht’s zur Studie: Dementia and communication comorbidities within the context of caregiver support systems: a scoping review

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