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Wie soll es nur weitergehen? Wie soll ich das alles schaffen? Die Versorgung eines pflegebedürftigen Familienmitglieds ist für Angehörige häufig eine große körperliche und emotionale Belastung. Kein Wunder, dass sie häufig mit Angstzuständen einhergeht. Mit diesem Zusammenhang befasst sich auch eine aktuelle Studie spanischer und britischer Forscher*innen. 

Frau hält sich die Hände vor die Augen

Frühere Untersuchungen hätten bereits gezeigt, dass es bei pflegenden Angehörigen verstärkt zu psychiatrischen Störungen und insbesondere zu Angstzuständen kommen könne, schreiben die Autor*innen um Rafael del-Pino-Casado von der Universität Jaén. Sie betonen, wie belastend Angstzustände seien: “Angstsymptome beeinträchtigen das tägliche Leben der Angehörigen, und begleitende Symptome wie Gefühle von Sorge und Angst können die Pflegeaufgaben beeinträchtigen […].” Zudem schade Angst der körperlichen Gesundheit der Pflegenden und erhöhe etwa das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Angaben von 10.122 pflegenden Angehörigen ausgewertet

Zwar hätten verschiedene Studien den Zusammenhang zwischen Pflegebelastung und Angstzuständen bereits für einzelne Personengruppen erforscht, z.B. für Angehörige von Menschen mit Demenz und Krebspatienten. Ziel der aktuellen Untersuchung sei es jedoch, allgemeine Erkenntnisse über alle Gruppen hinweg zu erlangen. Vor diesem Hintergrund haben die Forscher*innen in einer Übersichtsarbeit 74 Studien zum Thema verglichen und zusammengeführt. Insgesamt enthielt ihre übergreifende Analyse die Angaben von 10.122 pflegenden Angehörigen. Zu den Pflegebedürftigen gehörten Menschen mit Demenz, Krebs-Patient*innen, gebrechliche ältere Menschen und Schlaganfall-Überlebende.

Routinemäßige Angebote zur Früherkennung notwendig

Die Autor*innen fanden einen starken Zusammenhang zwischen der persönlichen Belastung der Pflegenden und Angstsymptomen. Dabei spielte der Grund der Pflegebedürftigkeit kaum eine Rolle – der Zusammenhang war bei allen “Untergruppen” ähnlich stark.

Wenn man die persönliche Belastung der Pflegenden lindern würde, könnte sie dies davor schützen, verstärkte Angstsymptomen zu entwickeln, so das Fazit der Forscher*innen. Daher seien für diese Personengruppe routinemäßige Angebote und Behandlungen zur Früherkennung und Vorbeugung von Pflegebelastung und Angstsymptomen besonders wichtig.

digiDEM Bayern-Angebot “Angehörigenampel”

digiDEM Bayern stellt ein solches Angebot für pflegende Angehörige auf seiner Webseite zur Verfügung: die Angehörigenampel. Der kostenlose, anonyme Selbsttest bietet die Möglichkeit, anhand von zehn Fragen den Grad der persönlichen Belastung einschätzen zu können, gibt Empfehlungen für die nächsten Schritte und so auch einen Anstoß zur Veränderung der Lebenssituation.

Die vollständige Studie finden Sie hier:
Subjective caregiver burden and anxiety in informal caregivers: A systematic review and meta-analysis (März 21)

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