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Gegen Demenz gibt es noch immer kein Heilmittel, daher richtet sich der Blick bei der Behandlung der Erkrankung verstärkt auf psychosoziale Therapien. Eine Studie aus Japan hat solche Interventionen in Pflegeheimen untersucht, darunter auch die MAKS-Therapie. Sie wurde von Prof. Dr. med. Elmar Gräßel entwickelt, dem Leiter des Zentrums für Medizinische Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Erlangen.

Die Autor*innen um Kyosuke Yorozuya haben den Fokus ihrer Recherche auf multimodale psychosoziale Therapien gelegt, also Therapien, die mehrere Komponenten beinhalten, z.B. Übungen für die kognitiven, motorischen und alltagspraktischen Fähigkeiten. In den letzten Jahren sei bereits über positive Auswirkungen solcher kombinierten Behandlungen berichtet worden, so die Autor*innen. Ihre Annahme war daher, dass sie für Menschen mit Demenz wirksamer sind als einzelne Interventionen und daher den kognitiven Rückgang eher verzögern könnten.

Kombination von Bewegung, kognitivem Training und Alltagsaktivitäten

In einer Übersicht untersuchten die Forscher*innen, wie sich Inhalt, Häufigkeit, Dauer, Länge und Form von multimodalen, psychosozialen Therapien auf die kognitiven Funktionen von Menschen mit Demenz auswirken, die in einem Pflegeheim leben. Sie verglichen dafür sieben Studien aus vier Ländern. Die insgesamt 221 Teilnehmer*innen waren im Durchschnitt 84 Jahre alt und an unterschiedlichen Formen von Demenz erkrankt. Knapp 80 Prozent von ihnen waren Frauen. Die multimodalen Therapien enthielten Übungen aus verschiedenen Bereichen, zum Beispiel Kognition, Aktivitäten des täglichen Lebens, Bewegung, Biografiearbeit, Kunst, Spiritualität, Gartenbau, Musik und Handwerk.

Hände mit Holzspielzeug

Die Auswertung der Studien zeigte, dass diese Form der Behandlung die globalen, exekutiven Funktionen und die Erinnerungsfähigkeit von Menschen mit Demenz im Pflegeheimen verbessern kann. Die Autor*innen empfehlen insbesondere die Kombination von Bewegung, kognitivem Training und Aktivitäten des täglichen Lebens, und zwar möglichst in integrierter Form, d.h. nicht als getrennte Übungen. Zudem sollte die Intervention mindestens dreimal wöchentlich über mindestens 8 Wochen stattfinden, mit mindestens 30 Minuten pro Sitzung.

MAKS-Therapie des Uniklinikums Erlangen als wirksame Intervention

Zu den untersuchten Studien zählte auch die MAKS-Therapie. Das Kürzel MAKS steht für motorische, alltagspraktische, kognitive und sozial-kommunikative Aktivierung. Diese multimodale Intervention zeigte in Untersuchungen bei leichten und mittelschweren Demenzen günstige Wirkungen, die zum Teil auch noch zehn Monate nach Beendigung der Therapiephase erkennbar waren. Entwickelt hat sie Prof. Dr. med. Elmar Gräßel, Leiter des Zentrums für Medizinische Versorgungsforschung am Universitätsklinikum Erlangen und einer der Projektleiter von digiDEM Bayern. Im Rahmen der geplanten digitalen Angebote für digiDEM Bayern soll die MAKS-Therapie auch in die Online-Welt übertragen werden.

Die vollständige Studie finden Sie hier:
A Systematic Review of Multimodal Non-Pharmacological Interventions for Cognitive Function in Older People with Dementia in Nursing Homes (Dezember 2019)

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