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Dass intellektuelle Beschäftigung den Erhalt der kognitiven Fähigkeiten im Alter fördert, gilt als allgemein akzeptiert, bekannt auch als „Use it or lose it“-Theorie. Eine Studie aus der Weihnachtsausgabe des British Medical Journal 2018 zeigt: Da ist auf jeden Fall etwas dran – aber ganz so einfach ist es nicht. 

Zeitung mit Kreuzworträtsel, darauf liegen eine Brille und ein Kugelschreiber.

Die Forscher wollten herausfinden, ob es einen Zusammenhang zwischen intellektuellem Engagement und den kognitiven Fähigkeiten im Alter gibt. Dabei ging es vor allem um die Frage, ob sich ein altersbedingter Rückgang der geistigen Leistungsfähigkeit kompensieren lässt, indem sich Menschen intellektuell und aktiv engagieren, zum Beispiel durch Zeitunglesen, Kreuzworträtsel oder das Spielen eines Instrumentes. Die Wissenschaftler Roger T. Staff und Kollegen von der Universität Aberdeen führten dazu eine prospektive Längsschnittstudie durch. Sie untersuchten knapp 500 Frauen und Männer aus dem Nordosten Schottlands, die alle 1936 geboren worden waren. Da die Probanden alle an der Scottish Mental Health Survey von 1947 teilgenommen hatten, lagen von ihnen bereits relevante Daten vor, etwa zu den mentalen Fähigkeiten in der Kindheit.

Problemlösungs-Aktivitäten zeigten stärksten Zusammenhang mit positiver kognitiver Entwicklung

Für die Bewertung des intellektuellen Engagements verwendeten die Forscher einen Fragebogen. Um den Verlauf der kognitiven Leistungen zu bewerten, untersuchten sie zu mehreren Zeitpunkten über eine Dauer von 15 Jahren, wie schnell die Probanden Informationen verarbeiten konnten und wie sich ihr verbales Gedächtnis entwickelte.

Im Ergebnis stellten die Forscher einen signifikanten Zusammenhang zwischen der intellektuellen Beschäftigung und dem Niveau der kognitiven Fähigkeiten im späteren Leben fest. Das selbst berichtete Engagement (aus den Fragebögen) war dabei allerdings nicht mit der Entwicklung der mentalen Leistungsfähigkeit verbunden. Die Beschäftigung mit Aktivitäten, die auf das Lösen von Problemen abzielten, korrelierte am stärksten mit einer positiven Entwicklung der kognitiven Fähigkeiten.

Weitere Informationen finden Sie hier:

https://www.bmj.com/content/363/bmj.k4925

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