Japanische Wissenschaftler*innen zeigten: Eine zeitgerechte Demenzdiagnose setzt entsprechend Demenzwissen und die Bereitschaft voraus, sich regelmäßiger Früherkennung zu unterziehen.

Um für den Umgang mit Demenz gerade in Zeiten der Digitalisierung gerüstet zu sein, bedarf es bestimmter Fähigkeiten, die sich unter dem Begriff Gesundheitskompetenz zusammenfassen lassen. Gesundheitskompetenz bedeutet, sich Informationen zu beschaffen, diese verstehen und beurteilen zu können und zur Verbesserung der eigenen Gesundheit zu nutzen.

Wie wichtig es ist, Gesundheitskompetenz aufzubauen, belegt eine japanische Studie, die den Zusammenhang zwischen Demenzkompetenz und der Bereitschaft zu regelmäßigen Demenzscreenings bei älteren Erwachsenen untersucht hat. Befragt wurden 854 Menschen im Alter zwischen 65 und 100 Jahren. Das Ergebnis stimmt nachdenklich. Nur 1,7 % der Befragten beantworteten alle Fragen zur Demenzkompetenz richtig.

Eine japanische Studie untersuchte den Zusammenhang zwischen Demenzkompetenz und der bereitschaft zu Demenzscreenings.

Routinemäßige Demenzfrüherkennung

Weniger als die Hälfte war nicht bereit oder unentschlossen, sich einer routinemäßigen Demenzfrüherkennung zu unterziehen. Als Gründe nannten sie Klinikbesuche, die sie als belastend empfanden sowie das Fehlen von Informationen, welche Ärzte man besuchen müsse, um eine Demenz frühzuerkennen. „Die mit dem Alter nachlassenden Hör- und Sehfähigkeiten können ebenfalls mit einer eingeschränkten Demenzkompetenz in Verbindung stehen“, wissen die Studienautor*innen. Dabei ist es gerade bei älteren Menschen von Bedeutung, deren Demenzkompetenz zu stärken, da die Erkrankung meist im fortgeschrittenen Alter auftritt.

Zugang zu Informationsquellen

Jüngere Studienteilnehmende wiesen allerdings eine höhere Demenzkompetenz auf und waren eher bereit, sich regelmäßig screenen zu lassen. Die Studienergebnisse zeigten, dass jüngere Befragte und Befragte, die Informationen über Demenz aus dem Fernsehen/Radio und/oder aus gedruckten Medien bezogen, eher eine hohe Demenzkompetenz aufwiesen.

Daher ist es bedeutsam, den Zugang zu Informationen über Demenz zu verbessern und die Öffentlichkeit über die Möglichkeiten der Früherkennung zu sensibilisieren –  mit dem Ziel, das allgemeine Bewusstsein zu schärfen und damit eine zeitgerechte Diagnose von Demenz sicherzustellen.

Aufmerksame Leser*innen unseres Newsletters kennen den digiDEM Bayern-Online-Fragebogen IQCODE. Mit ihm können nahestehende Personen von Betroffenen deren kognitiven Abbau online einschätzen – und damit den ersten Schritt hin zu einer Früherkennung unternehmen.

Hier geht’s zum Online-Fragebogen IQCODE.

Hier geht’s zur Studie:

Dementia Literacy and Willingness to Dementia Screening – PMC (nih.gov)

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