Wer einen Menschen mit Demenz (MmD) pflegt, kennt ihn und seine Bedürfnisse sehr gut. Deshalb ist es umso wichtiger, pflegende Personen bei der Beurteilung der Fahrtauglichkeit des MmD heranzuziehen.

Pflegende befinden sich in der einzigartigen Situation, die Fahrleistung eines Patienten zu beobachten, schreiben die Autor*innen einer Studie, die im Januar 2022 veröffentlicht wurde. Denn aufgrund ihrer Kenntnisse gewinnen Pflegende im Lauf der Zeit einen direkten Einblick in die Fahrfähigkeiten der Patienten. Dies kommt gerade dann zum Tragen, wenn kognitive Beeinträchtigungen neu auftreten oder fortschreiten. 

Zwei Fragebögen

Häufig ist es jedoch schwierig zu bestimmen, wann genau die Fahrsicherheit aufgrund von Demenz beeinträchtigt ist und ob – frühzeitig genug – eine umfassende Fahrbeurteilung durchgeführt werden muss. Zu der Entscheidung, ob ein Erwachsener mit Demenz sorgfältiger auf seine Fahrtauglichkeit untersucht werden sollte, kann nun die Studie „Caregiver Prediction of Driving Fitness in Older Adults with Dementia“ beitragen. Darin füllten die Betreuer einen Fragebogen zur Fahrtauglichkeit und einen Fragebogen aus, ob die Betroffene zum Beispiel noch eine ausgewogene Mahlzeit zubereiten können.

Die Autor*innen der Studie mit 179 Teilnehmenden mit Demenz kamen zu dem Ergebnis: Für Familien und Kliniker kann es hilfreich sein, wenn pflegende Personen nicht nur die Fahrtauglichkeit beurteilen. Sondern wenn die Betreuer auch das Ausmaß der benötigten funktionellen Aktivitäten des täglichen Lebens einschätzen, zu denen unter anderem das Autofahren gehört.

Gewichtige Beurteilung durch die Pflegenden

Diese Beurteilung erwies sich als der stärkste Faktor für die Einschätzung der Fahrtauglichkeit. Konkret: Beurteilen die Pflegenden die Fahrqualität, ist dies die stärkste Variable der Vorhersage, ob Menschen mit Demenz den Praxisfahrtest bestehen oder nicht. Je schlechter die Fahrqualität bewertet wird und je mehr Unterstützung ein Teilnehmender benötigte, um sich an Ereignisse zu erinnern, desto höher war die Wahrscheinlichkeit, dass der Teilnehmende den Praxistest nicht bestehen würde.

Die Kombination aus der Meinung des Betreuers über die Fahrtauglichkeit mit dem Fragebogen-Unterpunkt „Gedächtnis“ erwies sich laut den Autoren als hingegen mäßig geeignet für die Vorhersage, bei der Prüfung durchzufallen.

Hier geht’s zur Studie:

Caregiver Prediction of Driving Fitness in Older Adults with Dementia

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