Auf reges Interesse stieß das erste regionale Demenz-Bevölkerungsscreening in Deutschland. Beim Screeningtag von digiDEM Bayern nutzten viele Bürgerinnen und Bürger im unterfränkischen Thüngersheim bei Würzburg die kurzen Wege und die Möglichkeit, ihre Gedächtnisleistung kostenfrei und mit Hilfe eines wissenschaftlichen Kurztests überprüfen lassen. Dazu eingeladen hatten digiDEM Bayern, das Digitale Demenzregister Bayern in Erlangen, und die Kommunale Allianz Main-Wein-Garten e.V..  

Das erste regionale Demenz-Bevölkerungsscreening in Deutschland
Sie freuten sich über den 1. Demenz-Screeningtag in Thüngersheim bei Würzburg: (v.l.) Michael Röhm (Bürgermeister Thüngersheim), Christoph Vogel (stellvertretender Landrat des Landkreises Main-Spessart), Karen Heußner (stellvertretende Landrätin des Landkreises Würzburg) und Prof. Dr. Peter Kolominsky-Rabas (Projektleiter digiDEM Bayern).
Foto: digiDEM Bayern

Mit dem 1. Demenz-Screeningtag betrat digiDEM Bayern (Digitales Demenzregister Bayern) erfolgreich Neuland. „Das erste regionale Bevölkerungsscreening im ländlichen Raum erfreute sich eines guten Zuspruchs“, sagte Prof. Dr. Peter Kolominsky-Rabas, einer der Projektleiter von digiDEM Bayern. „Unser Ziel ist es, die Bevölkerung für die Demenzerkrankung zu sensibilisieren und einer Stigmatisierung entgegenzuwirken.“

Wissenschaftliche Kurztests

Gemeinsam mit seinem Team aus fünf jungen Forscher*innen führte der Neurologe in der Sporthalle Thüngersheim insgesamt knapp 50 wissenschaftliche Kurztests durch. „Wir freuen uns über jeden, der den ersten Schritt hin zu einer zeitgerechten Diagnosestellung unternimmt und damit Gewissheit erlangt“, erläutert Peter Kolominsky-Rabas. Eine umfassende ärztliche Diagnose ersetzt der sogenannte Mini-Mental-Status-Test (MMST) nicht. Aber er liefert nach einer Testdauer von 15 Minuten erste Hinweise darauf, ob eine weitere Abklärung notwendig ist.

Der Neurologe unterstreicht: „Je früher eine Demenz erkannt wird, desto früher lernen Menschen mit Demenz und ihre Angehörigen mit den Krankheitssymptomen umzugehen und desto früher können Behandlungs- und Unterstützungsmöglich-keiten in die Wege geleitet werden.“ An dem Bevölkerungsscreening haben sich acht Gemeinden aus den zwei Landkreisen Würzburg und Main-Spessart beteiligt: Erlabrunn, Himmelstadt, Leinach, Margetshöchheim, Retzstadt, Thüngersheim, Zell und Zellingen. Unterstützt wurde der Demenz-Screeningtag vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit und Pflege (StMGP) im Rahmen der Bayerischen Demenzstrategie.

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