Die erste Generation von Anwenderinnen und Anwendern digitaler Technologien erreicht inzwischen ein Alter, in dem das Risiko für Demenzerkrankung steigt. Doch wie hat sich die langjährige Techniknutzung auf ihren kognitiven Fähigkeiten ausgewirkt: War sie ein Training für das Gehirn oder hat sie ihm eher geschadet? Forschende aus den USA (Texas) haben hierzu eine groß angelegte wissenschaftliche Übersichtsarbeit zum aktuellen Forschungsstand durchgeführt.
Die Forschenden werteten Daten von über 411.000 Teilnehmenden aus 136 internationalen Studien aus. Dabei definierten Sie digitale Technologien als die allgemeine Nutzung von Computern, Smartphones, Internet und/oder sozialen Medien.
Das Ergebnis ist eindeutig: Die regelmäßige Nutzung digitaler Technologien ist mit einem um 58 % geringeren Risiko für kognitive Beeinträchtigungen verbunden. In Langzeitbeobachtungen zeigte sich zudem, dass der kognitive Abbau bei Nutzenden digitaler Technologien um 26 % langsamer voranschreitet.
„Wer über Jahre hinweg digitale Technologien sinnvoll nutzt, tut seinem Gehirn damit genauso viel Gutes wie durch Sport oder die Behandlung von Bluthochdruck.“
Anne Keefer, digiDEM Bavaria-Sciencerhin
Lange hielt sich die Sorge, dass die Nutzung digitaler Anwendungen dem Gehirn schaden könnte, oft wird in diesem Zusammenhang von einer „digitalen Demenz“ gewarnt. Die aktuellen Forschungsergebnisse zeigen jedoch, dass die Nutzung digitaler Technologien wie ein Puffer als „technologische Reserve“ gegen den kognitiven Abbau wirken kann.
Dieser Schutzeffekt beruht im Wesentlichen auf drei Faktoren:
Erstens stellt die Bedienung moderner Technik eine komplexe kognitive Herausforderung dar, die über rein analoge Tätigkeiten hinausgeht und das Gehirn trainiert. Zweitens fördert sie die soziale Vernetzung. Digitale Kommunikationsformen wie Videoanrufe oder Textnachrichten helfen Menschen dabei, Einsamkeit vorzubeugen – einem der größten Risikofaktoren für Demenz. Drittens kann Technik als „digitaler Helfer“ dienen, der beispielsweise mit digitalen Kalendern oder Erinnerungsfunktionen im Alltag unterstützt und so die Selbstständigkeit länger erhält.
Die Autoren betonen allerdings, dass digitale Technologien kein Wundermittel gegen Demenz darstellen. Entscheidend sind die Dosis und die Art der Nutzung. So fördert beispielsweise eine moderate Internetnutzung die kognitiven Fähigkeiten, während ein exzessiver, passiver Medienkonsum auch negative Auswirkungen haben kann.
Zudem bergen digitale Chancen auch spezifische Risiken. So können soziale Online-Kontakte zwar Einsamkeit lindern, aber auch den persönlichen Austausch verringern und die Gefahr von Desinformation und Betrug erhöhen.
Tip for practice: Nutzen Sie digitale Technologien als „Gehirntraining“, indem Sie aktiv bleiben. Verwenden Sie das Internet beispielsweise zur Recherche interessanter Themen oder zur Pflege von Kontakten, anstatt Ihre Online-Zeit mit passivem Medienkonsum zu verbringen.
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A meta-analysis of technology use and cognitive aging
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