„Gehirnnebel“ in den Wechseljahren – gibt es einen Einfluss auf die mentale Leistungsfähigkeit?

„Gehirnnebel“ in den Wechseljahren – gibt es einen Einfluss auf die mentale Leistungsfähigkeit?

Viele Frauen berichten in den Wechseljahren von Gedächtnislücken, Konzentrationsschwäche und einem Gefühl „wie in Watte gepackt zu sein“, das oft als „Gehirnnebel“ (engl. Brain Fog) bezeichnet wird. Ob diese Beschwerden mit messbaren Veränderungen der Denkleistung einhergehen, hat ein Forschungsteam aus Großbritannien nun in einer groß angelegten Studie untersucht.

14.000 Frauen im Fokus

In die Untersuchung wurden 14.234 Frauen zwischen 45 und 55 Jahren aus der englischen REACT-Langzeitstudie einbezogen. Alle Teilnehmerinnen absolvierten acht computerbasierte Kognitionstests und wurden anhand ihres Wechseljahrstatus in drei Gruppen eingeteilt: Frauen vor der Menopause, Frauen in der Übergangsphase und Frauen nach abgeschlossener Menopause.

Mehr Beschwerden, kaum Unterschiede im Test

Die Ergebnisse sind aufschlussreich: Frauen in der Übergangsphase hatten eine um etwa 31 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, Gehirnnebel zu berichten, Frauen nach der Menopause eine um rund 19 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit als Frauen vor der Menopause. Ähnliche Unterschiede zeigten sich bei selbst berichteten Gedächtnisproblemen. Die tatsächliche Testleistung unterschied sich zwischen den drei Gruppen jedoch kaum. Die persönlichen Beschwerden waren nur in einem sehr schwachen, praktisch kaum bedeutsamen Ausmaß mit den Testergebnissen verknüpft. Deutlich enger war ihr Zusammenhang aber mit psychischen Symptomen wie Stimmungsschwankungen, Angst und gedrückter Stimmung.

Was die Ergebnisse bedeuten

Die Studie legt nahe, dass kognitive Beschwerden in den Wechseljahren real und für die Betroffenen belastend sind, auch wenn sie in standardisierten Tests einen kaum messbaren Leistungsrückgang abbilden. Die Forschenden betonen, dass Gehirnnebel in den Wechseljahren wahrscheinlich von mehreren Faktoren beeinflusst wird, darunter hormonelle Schwankungen, Schlafprobleme und begleitende Stimmungsveränderungen. Subjektive Beschwerden sollten daher im Rahmen der Wechseljahrsversorgung ernst genommen und nicht allein anhand von Testergebnissen beurteilt werden.

Tipp für die Praxis: Wenn Sie in den Wechseljahren kognitive Beschwerden wahrnehmen, lohnt sich das Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt. Schlaf, körperliche Aktivität und die Behandlung begleitender Symptome spielen für die geistige Gesundheit eine wichtige Rolle. Über weitere beeinflussbare Risikofaktoren für kognitive Gesundheit informiert der digiDEM Bayern Präventionscoach®.

Hier geht’s zur Studie: Cognition and the menopause transition: cross-sectional evidence from a large community cohort

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