Was Jugendliche über Demenz wissen

Was Jugendliche über Demenz wissen

Jugendliche kommen heute früher mit dem Thema Demenz in Berührung als frühere Generationen. Eine aktuelle Studie aus England hat untersucht, wie gut 11- bis 18-Jährige über die Erkrankung informiert sind, und kommt zu einem ernüchternden Ergebnis: Das Wissen ist lückenhaft, und weit verbreitete Missverständnisse bleiben bestehen.

Ein Forschungsteam britischer Universitäten befragte 1.371 Schülerinnen und Schüler aus neun Schulen in sechs verschiedenen Regionen Englands. Die Jugendlichen beantworteten sieben Aussagen über Demenz, die sie als richtig oder falsch einschätzen sollten. Themen waren unter anderem, ob Demenz eine Gehirnerkrankung ist, ob sie heilbar ist und ob sie zum normalen Altern gehört.

Weniger als die Hälfte der Fragen richtig beantwortet

Im Durchschnitt beantworteten die Jugendlichen nur knapp die Hälfte der Fragen korrekt. Am häufigsten wussten sie, dass Demenz eine Erkrankung des Gehirns ist: Fast drei Viertel antworteten hier richtig. Am schlechtesten schnitten sie bei der Frage ab, ob Demenz eine psychische Erkrankung sei. Nur 30 % erkannten, dass das falsch ist. Hochgerechnet auf die Bevölkerung könnten damit rund 3,7 Millionen Jugendliche in England und Wales dieses grundlegende Missverständnis teilen.

Demenz wird oft mit normalem Altern verwechselt

42 % der Befragten glaubten fälschlicherweise, dass Demenz ein normaler Teil des Älterwerdens ist. Dieses Missverständnis ist besonders folgenreich: Wer Demenz für eine unvermeidliche Alterserscheinung hält, sucht seltener frühzeitig Hilfe für betroffene Familienmitglieder und nimmt die Erkrankung möglicherweise nicht ernst genug.

Alter, Geschlecht, Herkunft: Kein Unterschied im Wissenstand

Die Forschenden analysierten auch, ob bestimmte Gruppen besser oder schlechter abschnitten. Ein Einfluss von Alter, Geschlecht, Religionszugehörigkeit oder ethnischer Herkunft auf den Wissensstand ließ sich dabei nicht nachweisen. Das bedeutet: Das Wissensdefizit betrifft alle Jugendlichen gleichermaßen, unabhängig davon, wer sie sind oder woher sie kommen.

Was die Studie offen lässt

Die Autorinnen und Autoren weisen darauf hin, dass die Studie auf Schulen in ausgewählten Regionen beschränkt war und die Ergebnisse daher nicht für alle Jugendlichen in England gelten müssen. Zudem erfasste der verwendete Fragebogen nur einen kleinen Ausschnitt des möglichen Wissens über Demenz. Wie gut Jugendliche etwa über den Krankheitsverlauf, Symptome oder Diagnosemöglichkeiten informiert sind, bleibt offen.

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Here is the link to the study: Dementia knowledge levels among adolescents in England

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