digiDEM Bayern als Best-Practice-Beispiel für Demenzforschung in Europa ausgezeichnet – 6.500 Menschen haben ihre Gedächtnisleistung bereits testen lassen
Das Digitale Demenzregister Bayern (digiDEM Bayern) ist in einer europaweiten Übersicht der European Federation of Pharmaceutical Industries and Associations (EFPIA) als ein Best-Practice-Beispiel im Bereich der Demenzversorgung herausgestellt worden. Der Bericht „Future-Proofing the Alzheimer’s Disease Healthcare Journey: Emerging Best Practices Across Europe“ hebt digiDEM Bayern als vorbildliches Beispiel für datengetriebene Versorgungsforschung hervor. Eine Anerkennung, die ein neuer Meilenstein des Projekts eindrücklich unterstreicht: 6.500 Menschen haben seit Projektbeginn ihre Gedächtnisleistung bei Demenz-Screeningtagen testen lassen.
Der EFPIA-Bericht identifiziert und dokumentiert erstmals systematisch Lösungen für die Früherkennung, Diagnose und Versorgung der Alzheimer-Krankheit in acht europäischen Ländern: Tschechien, Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Polen, Slowenien, Spanien und Schweden. Die EFPIA ist der größte europäische Dachverband der forschenden Pharmaindustrie und hat den Bericht gemeinsam mit ihrer Alzheimer’s Disease Platform initiiert, um Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger im Gesundheitswesen mit konkreten Handlungsempfehlungen zu unterstützen.
digiDEM Bayern wird darin im Themenbereich „Datengetriebene Entscheidungsfindung und Systemoptimierung“ als Best-Practice-Beispiel hervorgehoben. Der Bericht würdigt das Projekt als Modell dafür, wie Registerdaten genutzt werden können, um Versorgung und Forschung im Bereich Demenz evidenzbasiert voranzutreiben. Im Fokus steht dabei der Ansatz, Langzeitdaten aus der Versorgungswirklichkeit (sog. Real-World-Data) systematisch zu erheben und so Erkenntnisse zu gewinnen, die von der regionalen Versorgungsplanung bis hin zur nationalen Gesundheitspolitik wirken können. Das digitale Demenzregister zählt inzwischen rund 3.500 Teilnehmer.
„Die Aufnahme in diesen europäischen Bericht bestätigt, was wir in Bayern gemeinsam mit unseren Forschungspartnerinnen und Forschungspartnern aufgebaut haben: ein Register, das Demenzforschung und die Verbesserung der Versorgung direkt miteinander verbindet“, sagt Prof. Dr. Peter Kolominsky-Rabas, Neurologe und Projektleiter von digiDEM Bayern. „Unsere Daten helfen dabei, die Lebenssituation von Menschen mit Demenz und ihren An- und Zugehörigen besser zu verstehen und gezielt zu verbessern.“
6.500 Demenz-Screenings: ein Meilenstein für die Früherkennung
Dass dieses Engagement auch bei der Bevölkerung ankommt, zeigt der Erfolg der Demenz-Screeningtage: 6.500 Menschen haben dort seit Sommer 2022 teilgenommen und ihre Gedächtnisleistung kostenfrei mithilfe eines wissenschaftlichen Kurztests überprüfen lassen.
Der Screeningtest dauert 15 bis 20 Minuten und gibt erste Hinweise darauf, ob eine weitergehende ärztliche Abklärung sinnvoll ist. Er ersetzt keine umfassende Diagnose, öffnet aber für viele Betroffene die Tür zu einer frühzeitigen Versorgung. „Je früher eine Demenz erkannt wird, desto eher können Menschen mit Demenz und ihre An- und Zugehörigen lernen, mit der Erkrankung umzugehen, und desto früher greifen Behandlungs- und Unterstützungsangebote“, betont Prof. Dr. Peter Kolominsky-Rabas. Die gewonnenen Daten fließen dabei unmittelbar in das Demenzregister ein und tragen so zum wissenschaftlichen Erkenntnisgewinn bei. Ein Zusammenspiel, das der EFPIA-Bericht als modellhaft für ganz Europa hervorhebt.
Gefördert wird digiDEM Bayern vom Bayerischen Staatsministerium für Gesundheit, Pflege und Prävention (StMGP).
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Lucas Westermann
Referent Wissenschaftskommunikation & PR digiDEM Bayern
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