Ob die Menopause früh oder spät eintritt, könnte eine Rolle für das spätere Demenzrisiko spielen. Diese Frage hat ein US-amerikanisches Forschungsteam in einer der bislang größten Studien zu diesem Thema untersucht.
Mehr als 10.000 Frauen über Jahrzehnte begleitet
In die Analyse wurden 10.832 Frauen aus dem Schwedischen Zwillingsregister einbezogen, bei denen vollständige Angaben zu Zeitpunkt und Art der Menopause sowie zum kognitiven Status vorlagen. Über nationale Gesundheitsregister wurden die Frauen bis Ende 2016 auf neu aufgetretene Demenzerkrankungen hin verfolgt. Das durchschnittliche Alter bei natürlicher Menopause lag in dieser Gruppe bei etwa 51 Jahren.
Sowohl sehr früh als auch sehr spät ist mit höherem Risiko verbunden
Das zentrale Ergebnis ist, dass sowohl ein sehr früher als auch ein sehr später Eintritt der natürlichen Menopause mit einem erhöhten Demenzrisiko verbunden war, während das Risiko rund um das Durchschnittsalter 51 am niedrigsten lag. Frauen, bei denen die Menopause bereits mit 31 Jahren eintrat, hatten ein mehr als 2,5-fach erhöhtes Demenzrisiko im Vergleich zu Frauen mit durchschnittlichem Menopausealter. Frauen mit einem Menopauseeintritt mit 64 Jahren hatten noch ein rund doppelt so hohes Risiko. Eine frühe Menopause vor dem 45. Lebensjahr war insgesamt mit einem um rund 20 Prozent erhöhten Demenzrisiko verbunden. Diese Ergebnisse blieben auch in einer Teilgruppe von Frauen bestätigt, die niemals Hormone eingenommen hatten.
Operativ herbeigeführte Menopause: anderes Muster
Bei Frauen, deren Menopause durch eine operative Entfernung der Eierstöcke herbeigeführt wurde, zeigte sich ein anderes Bild: Hier war jedes zusätzliche Lebensjahr mit intakter Hormonfunktion mit einem um 5,8 Prozent niedrigeren Demenzrisiko verbunden.
Die Forschenden weisen darauf hin, dass das Menopausealter allein keine vollständige Erklärung für das Demenzrisiko liefert. Es kann auch als allgemeiner Gesundheitsmarker gelten, und viele weitere Faktoren spielen eine Rolle. Die Studie liefert wichtige Hinweise, ohne eine abschließende Ursache benennen zu können.
Tip for practice: Wenn Sie eine frühe sehr späte Menopause erlebt haben, kann ein offenes Gespräch mit der Ärztin oder dem Arzt über langfristige Gesundheitsrisiken sinnvoll sein. Über beeinflussbare Faktoren für die geistige Gesundheit im Alter informiert der digiDEM Bavaria Prevention Coach®.
Here is the link to the study: Age of menopause and dementia risk in 10,832 women from the Swedish Twin Registry
