Körperliche Aktivität kann das Demenzrisiko senken. Bisherige Studien zum Zusammenhang zwischen körperlicher Aktivität und Gehirngesundheit waren allerdings häufig durch geringe Teilnehmerzahlen, kurze Beobachtungszeiträume oder eine einmalige Erfassung der körperlichen Aktivität eingeschränkt. Eine aktuelle US-amerikanische Langzeitstudie mit rund 107.000 Teilnehmenden untersuchte deshalb nun den Zusammenhang zwischen langfristiger körperlicher Aktivität, dem Demenzrisiko und der geistigen Leistungsfähigkeit.
Hierfür wurden Daten aus zwei großen Kohortenstudien, der Nurses’ Health Study und der Health Professionals Follow-Up Study, ausgewertet. Die körperliche Aktivität der Teilnehmenden wurde über mehrere Jahrzehnte hinweg alle zwei bis vier Jahre anhand von Fragebögen erfasst. Berücksichtigt wurden dabei die gesamte körperliche Aktivität sowie einzelne Bewegungsformen wie Gehen und intensives aerobes Training.
Nicht nur intensiver Sport zählt
Die Ergebnisse zeigen, dass sowohl intensive körperliche Aktivität als auch weniger intensive Bewegungsformen wie Gehen mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden sind. So wiesen Personen mit der höchsten Gesamtaktivität ein um 28 % geringeres Demenzrisiko auf als jene mit der niedrigsten Aktivität. Ergänzende Analysen zeigten zudem, dass bereits mehr als 30 Minuten Krafttraining pro Woche mit einem geringeren Demenzrisiko assoziiert waren.
Was Sport mit der geistigen Leistung macht
Neben einem geringeren Demenzrisiko war ein höheres Maß an körperlicher Aktivität auch mit einer besseren geistigen Leistungsfähigkeit und einem geringeren persönlich wahrgenommenen geistigen Abbau verbunden. Besonders in den Bereichen globale Kognition und verbales Gedächtnis zeigten sich positive Effekte. „Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass regelmäßige körperliche Aktivität eine Rolle bei der Förderung der langfristigen Gesundheit des Gehirns spielen könnte“, schlussfolgern die Autoren.
Tipp für die Praxis: Für die langfristige kognitive Gesundheit lohnt es sich, regelmäßig körperlich aktiv zu sein. Studien zeigen, dass bereits alltägliche Bewegungsformen wie Gehen mit einem geringeren Demenzrisiko verbunden sind. Besonders wichtig ist es, Bewegung langfristig in den Alltag zu integrieren und über viele Jahre beizubehalten. Dabei muss es nicht immer intensiver Sport sein – auch regelmäßiges Gehen kann einen wertvollen Beitrag zur kognitiven Gesundheit leisten.
Hier geht’s zur Studie: Association of long-term physical activity levels with dementia risk and cognitive function in US adults: a prospective cohort study

Meine Partnerin hat kognitive Einschränkungen, wie z. B. :
Schwierigkeiten sich kürzliche <<<ereignisse zu erinnern.
Wiederholte Fragen nach den selben Dingen.
Probleme sich Namen zu merken (z. T. nur Phasenweise!).
Sich zeitlich zu orientieren ( Datum, Wochentage).
Manchmal Wortfindungsprobleme.
Wir sind zusammen rege, mit Wandern, Schwimmen, Seniorensport, Ausflüge, Reisen, etc.
(Wir wohnen nicht zusammen!) Sie ist 85 Jahre alt und noch attraktiv.
Die o. g. Einschränkungen gibt Sie nicht zu, sondern übergeht die Vorkommnisse ohne Kommentar!
Ich frage mich, ob ich mit Ihr offen darüber reden soll, oder nicht!
Das digiDEM Testergebnis, emphielt einen Neurologen zu konsultieren! Das lehnt Sie ab!
Sie kann sich gut an zurückliegende Ereignisse erinnern ( also z. B. aus Ihrer Kindheit, oder aus dem Berufsleben, Sie war angargierte Kindergärtnerin! u.s.w.
Vieleicht können Sie mir beratend, Tipps geben. Ein schwieriges Thema!
MfG
Lieber Herr Fischer,
vielen Dank für Ihre offene Schilderung. Dass Sie sich Gedanken machen, wie Sie das Thema ansprechen können, ohne Ihrer Partnerin zu nahe zu treten, zeigt, wie viel Ihnen an ihr liegt.
Die Veränderungen, die Sie beschreiben, also Schwierigkeiten, sich an Kürzliches zu erinnern, wiederholte Fragen, Probleme mit Namen und zeitlicher Orientierung sowie gelegentliche Wortfindungsstörungen, können zusammengenommen Hinweise auf eine beginnende kognitive Beeinträchtigung sein. Dazu passt auch, dass das Ältere, etwa Erinnerungen an Kindheit und Berufsleben, oft lange gut erhalten bleibt. Eine Diagnose lässt sich daraus nicht ableiten, und auch das Ergebnis im digiDEM-Gedächtnistest ist keine Diagnose. Beides spricht aber dafür, die Ursache ärztlich abklären zu lassen. Gedächtnisprobleme können auch gut behandelbare Gründe haben, etwa Vitaminmangel, Schilddrüsenerkrankungen, Medikamentenwirkungen oder eine Depression. Und falls eine Demenz vorliegt, ist eine frühe Diagnose hilfreich, weil sich Unterstützung und Behandlung dann früher planen lassen.
Ein offenes Gespräch ist meist hilfreich, wenn es behutsam geschieht: in einer ruhigen Situation, aus der eigenen Sicht (“Ich mache mir Sorgen”) statt mit Beispielen für Fehler. Den Schritt zum Arzt können Sie erleichtern, indem Sie ihn gemeinsam gehen. Sie könnten zum Beispiel sagen, dass Sie sich allgemein Gedanken über das Thema Demenz machen und sich selbst gern einmal testen lassen würden, und fragen, ob sie mitkommen möchte. Dann steht nicht eine Person im Mittelpunkt, sondern Sie gehen es zusammen an. Anlaufstellen sind die Hausarztpraxis oder eine Gedächtnissprechstunde. Dort sind kurze Gedächtnistests wie MMST oder MoCA üblich, die nur wenige Minuten dauern. Eine Gedächtnissprechstunde bietet zudem eine ausführlichere Abklärung und Beratung. Wenn Ihre Partnerin zunächst ablehnt, kann es sinnvoll sein, das Thema später noch einmal ohne Druck anzusprechen.
Ihre gemeinsamen Aktivitäten sind sehr wertvoll, denn Bewegung und soziale Teilhabe tun nachweislich gut. Im Alltag helfen feste Routinen und ein gut sichtbarer Kalender, und bei wiederholten Fragen Geduld.
Für Ihre eigene Unterstützung können Sie sich an die Alzheimer Gesellschaft oder an eine Fachstelle für Demenz und Pflege wenden. Eine individuelle medizinische Beratung können wir bei digiDEM Bayern leider nicht leisten.
Alles Gute für Sie beide!
Ihr digiDEM-Bayern-Team