digiDEM Bayern SCHLAGLICHT_08: Neue Medikamente gegen Demenz – Behandlung mit Lecanemab

digiDEM Bavaria SPOTLIGHT_08: New Dementia Medications - Treatment with Lecanemab

Bei Menschen mit Demenz und ihren pflegenden An- und Zugehörigen weckt das neue Alzheimer-Medikament Lecanemab große Hoffnungen. Doch welche Patientengruppen und wie viele Betroffene erfüllen in Deutschland die Bedingungen für eine Behandlung mit Lecanemab? Diese wesentliche Frage ist für uns ein gewichtiger Grund, Sie in einer weiteren Ausgabe unseres Sonder-Newsletters SCHLAGLICHT – Medikamente gegen Demenz über neueste wissenschaftliche Erkenntnisse zu informieren.


Denn das digiDEM Bayern-Forschungsteam um die Wissenschaftlerin Jana Rühl hat auf Grundlage internationaler Studien erste Abschätzungen zu den Patientengruppen errechnet, die grundsätzlich für eine Behandlung mit Lecanemab in Frage kommen.

Lesen Sie jetzt den Beitrag des digiDEM Bayern-Forschungsteams um die Wissenschaftlerin Jana Rühl: 

Wer kommt für die Behandlung mit Lecanemab infrage?

Der neue Wirkstoff Lecanemab ist ein „monoklonaler Antikörper“ und richtet sich gezielt gegen fleckförmige Einweißablagerungen im Gehirn, die sogenannten Beta-Amyloid-Proteine. Diese werden mit der Zerstörung von Nervenzellen in Verbindung gebracht. Der Empfehlung der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) zufolge kann Lecanemab nur unter Auflagen verordnet werden.

Lecanemab may only be prescribed in Europe to people with mild cognitive impairment (MCI) or those in the early stages of Alzheimer's dementia. However, treatment with Lecanemab is subject to strict conditions for these patients. 

The first condition for treatment with lecanemab is the detection of amyloid deposits in the brain. This detection can be done through cerebrospinal fluid sampling (lumbar puncture) or amyloid positron emission tomography (amyloid PET).

An die Verabreichung von Lecanemab hat die EMA noch eine weitere Bedingung geknüpft. Mit dem Medikament dürfen nur Menschen behandelt werden, die entweder keine oder höchstens eine genetische Kopie des sogenannten ApoE4-Gens aufweisen. Denn wer eine doppelte Kopie des ApoE4-Gens in sich trägt, hat bei einer Behandlung mit Lecanemab ein erhöhtes Risiko für schwerwiegende Nebenwirkungen, die sogenannten amyloidbedingten Bildgebungsanomalien (amyloid-related imaging abnormalities, ARIA). Diese können in Form von Hirnödemen (Hirnschwellungen) oder Blutungen des Gehirns auftreten. 

Initial estimates for Germany 

Das digiDEM Bayern-Forschungsteam um die Wissenschaftlerin Jana Rühl hat für Deutschland und Bayern Abschätzungen zu den Patientengruppen errechnet, die grundsätzlich für eine Behandlung mit Lecanemab in Frage kommen. Wissenschaftliche Grundlage dieser Schätzungen waren internationale Studien sowie Daten des Statistischen Bundesamtes (destatis) und des Bayerischen Landesamtes für Statistik.

Demnach gibt es in Deutschland insgesamt 3.623.661 Menschen ab 60 Jahren, die with mild cognitive impairments life. After evaluating the data sources, it is to be assumed that 2,102,603 people in this group have amyloid deposits. In contrast, 2,914,656 people with MCI carry at most one copy of the ApoE4 gene. 

The reference figures for the 593,296 people in Germany who with mild Alzheimer's dementia live and are 60 years or older. Of these, 478,864 people have amyloid deposits. The number of people with mild Alzheimer's dementia who additionally have at most one copy of the ApoE4 gene is 493,855.

Situation of those affected in Bavaria

Die digiDEM Bayern-Forschenden haben auch abgeschätzt, wie sich die Situation der Betroffenen in der Gruppe der ab 60-Jährigen in Bayern darstellt. Von bayernweit insgesamt 541.825 Menschen with mild cognitive impairments Amyloid deposits can be assumed in 313,406 individuals. Of the 541,825, 404,776 have a maximum of one copy of the ApoE4 gene. 

The extent to which the 87,997 people living in Bavaria People with mild Alzheimer's dementia von Amyloidablagerungen betroffen sind. Dies sind 71.049 der Menschen, die 60 Jahre oder älter sind, während bei 73.190 maximal eine Kopie des Apoe4-Gens vorliegt.

Hinsichtlich der konkreten Gesamtzahl der Patientinnen und Patienten, die die Voraussetzungen für eine Behandlung erfüllen, betont Prof. Dr. Peter Kolominsky-Rabas, Neurologe und einer der Projektleiter von digiDEM Bayern: „Über die Anzahl der Betroffen in der Gesamtbevölkerung, bei denen gleichzeitig Amyloidablagerungen und das Risikogen ApoE4 vorliegen, gibt es keine wissenschaftlichen Studien.“ Er fasst zusammen: „Für die Behandlung mit Lecanemab kommt nur eine vergleichsweise kleine und eingeschränkte Personengruppe in Frage. Welche Patientinnen und Patienten Lecanemab erhalten können, bedarf grundsätzlich einer genauen Einzelfallprüfung.“

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