Eine posttraumatische Belastungsstörung (PTBS) ist eine psychische Erkrankung, die sich nach besonders belastenden oder lebensbedrohlichen Erlebnissen entwickeln kann. Sie hinterlässt nicht nur seelische Spuren, sondern könnte auch das spätere Demenzrisiko erhöhen. Ein Forschungsteam aus den Niederlanden und den USA hat 18 Studien mit Daten von mehreren Hunderttausend Menschen ausgewertet und zeigt: Wer an einer PTBS leidet, erkrankt im späteren Leben deutlich häufiger an Demenz als Menschen ohne diese Erkrankung.
Bis zu 56 Prozent höheres Risiko
Eine PTBS kann sich nach belastenden oder lebensbedrohlichen Erlebnissen entwickeln und äußert sich unter anderem durch quälende Erinnerungen, Vermeidungsverhalten und ständige innere Anspannung. Die Forschenden berechneten den Zusammenhang mit Demenz auf zwei Arten: einmal ohne Berücksichtigung weiterer Einflussfaktoren, einmal unter Herausrechnung von Störfaktoren wie Alter oder Vorerkrankungen. Beide Berechnungen kamen zu einem ähnlichen Ergebnis: Das Demenzrisiko war bei Menschen mit PTBS um 43 bis 56 Prozent erhöht, verglichen mit Menschen ohne PTBS.
Begleiterkrankungen verstärken den Zusammenhang
Besonders deutlich zeigte sich der Zusammenhang bei Menschen, die zusätzlich zur PTBS an Diabetes oder Bluthochdruck litten. Bei ihnen fiel das erhöhte Demenzrisiko noch stärker aus. Keine Rolle spielten dagegen Alter, Geschlecht oder die Frage, ob die Betroffenen Veteraninnen und Veteranen oder Zivilpersonen waren. Das Ergebnis war in all diesen Gruppen ähnlich.
Wo die Studie zur Vorsicht mahnt
Alle eingeschlossenen Studien beruhen auf Beobachtungsdaten. Sie zeigen also einen statistischen Zusammenhang, können aber nicht beweisen, dass PTBS tatsächlich die Ursache für die spätere Demenz ist.
Tipp für die Praxis: Da Begleiterkrankungen wie Diabetes und Bluthochdruck den Zusammenhang zwischen PTBS und Demenz offenbar verstärken, lohnt sich ein Blick auf die eigenen, beeinflussbaren Risikofaktoren. Mit dem Präventionscoach Demenz bietet digiDEM Bayern allen Interessierten ein digitales Angebot, das über solche Risikofaktoren informiert und dabei unterstützt, das persönliche Demenzrisiko aktiv zu senken.
Hier geht’s zur Studie: The Role of Posttraumatic Stress Disorder as a Risk Factor for Dementia: A Meta-Analysis
