Schlafprobleme nach der Menopause – Studie untersucht Zusammenhang mit kognitiven Beeinträchtigungen

Schlafprobleme nach der Menopause – Studie untersucht Zusammenhang mit kognitiven Beeinträchtigungen

Schlechter Schlaf ist nach der Menopause weit verbreitet. Dass schwere Schlafprobleme auch mit Gedächtniseinbußen und nachlassender Denkleistung zusammenhängen könnten, hat ein internationales Forschungsteam in einer groß angelegten Studie untersucht, die Daten aus neun lateinamerikanischen Ländern ausgewertet hat.

Mehr als 1.000 Frauen aus neun Ländern

An der Studie nahmen 1.185 Frauen nach der Menopause teil, die im Durchschnitt 56,9 Jahre alt waren und gynäkologische Praxen in Argentinien, Bolivien, Brasilien, Ecuador, Kolumbien, Costa Rica, Mexiko, Panama und Peru aufsuchten. Bei 16,5 Prozent der Teilnehmerinnen wurden Anzeichen für eine leichte kognitive Beeinträchtigung festgestellt. Schlafprobleme wurden mit zwei wissenschaftlichen Fragebögen erfasst, die Schwierigkeiten beim Ein- und Durchschlafen sowie das Gefühl, nach dem Schlafen nicht erholt zu sein, abfragen.

Schlafprobleme bei betroffenen Frauen deutlich häufiger

Je nach verwendetem Fragebogen berichteten zwischen 28 und 32 Prozent der Frauen mit leichten kognitiven Beeinträchtigungen von schweren Schlafproblemen, verglichen mit rund 17 bis 18 Prozent der Frauen ohne solche Beeinträchtigungen. In Berechnungen, die weitere Einflussfaktoren wie Bildung, körperliche Aktivität und Hormontherapie berücksichtigten, blieb dieser Zusammenhang bestehen: Frauen mit schweren Schlafproblemen hatten eine rund 80 bis 90 Prozent höhere Wahrscheinlichkeit, leichte kognitive Beeinträchtigungen aufzuweisen.

Weitere Einflussfaktoren

Neben den Schlafproblemen war körperliche Inaktivität mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit für leichte kognitive Beeinträchtigungen verbunden. Frauen, die jemals eine Hormontherapie erhalten hatten, und Frauen mit einem Hochschulabschluss wiesen hingegen eine geringere Wahrscheinlichkeit für kognitive Beeinträchtigungen auf.

Was die Studie leisten kann und was nicht

Die Forschenden betonen ausdrücklich, dass die Querschnittsstudie, bei der alle Daten zum selben Zeitpunkt erhoben wurden, keine Aussage darüber erlaubt, ob schlechter Schlaf kognitive Einschränkungen verursacht oder umgekehrt kognitive Probleme den Schlaf verschlechtern. Beide Richtungen sind denkbar und werden in der Forschung diskutiert. Außerdem stammen die Ergebnisse aus einem lateinamerikanischen Kontext, was die Übertragbarkeit auf andere Bevölkerungsgruppen einschränkt.

Tip for practice: Frauen, die nach der Menopause körperlich aktiv sind, leiden seltener an leichter kognitiver Beeinträchtigung. Informationen dazu, wie Sie Bewegungsmangel entgegenwirken können, finden Sie beim digiDEM Bayern Präventionscoach im Bereich „Bewegungsmangel“.

Here is the link to the study: Sleep disturbances are associated with cognitive impairment in postmenopausal women

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