4.5
(2)

„Das digitale Demenzregister soll zum einen dazu dienen, den Langzeitverlauf der Erkrankung besser zu verstehen, aber auch, einen Überblick zur Angebotslandschaft zu erhalten.“ Im Interview mit der Süddeutschen Zeitung erklärt Corinna Bürner von der Ilse-Kubaschewski-Stiftung Starnberg, warum sich die Stiftung an digiDEM Bayern beteiligt und was das Besondere an dem Demenz-Forschungsprojekt ist.

Die Ilse-Kubaschewski-Stiftung sei auf einer Fachtagung auf das Projekt aufmerksam geworden, berichtet Bereichsleiterin Corinna Bürner im Interview. Professor Elmar Gräßel, einer der Projektleiter, hatte digiDEM Bayern dort vorgestellt und nach Teilnehmer*innen aus Einrichtungen gesucht, die mit Menschen mit Demenz zu tun haben. „Es geht darum, in Bayern die Versorgung von Menschen mit Demenz zu verbessern“, erläutert Corinna Bürner. „Dies geschieht dadurch, dass Menschen befragt werden, die am Beginn einer Demenz stehen. Diese und ihre Angehörigen werden in zeitlichen Abschnitten interviewt. Es sollen Angebotslücken und Versorgungsbedarfe aufgedeckt werden.“

Die Mitarbeiter*innen der Stiftung hätten die bisherigen Befragungen aufgrund der Corona-Pandemie online durchgeführt. „Zu Beginn werden Screening-Tests gemacht, mit denen festgestellt wird, ob sich die Testperson für die Befragung eignet. Danach werden Daten zur persönlichen Situation der Betroffenen und Angehörigen erhoben.“

Menschen mit Demenz nicht nur als Erkrankte sehen, sondern als Menschen, die Schätze in sich tragen

Auch auf die zweite „Säule“ von digiDEM Bayern, die Bereitstellung digitaler Angebote, geht Corinna Bürner im Gespräch mit der Süddeutschen Zeitung ein. „Mit der Angehörigenampel zum Beispiel, die auch auf unserer Website aufgerufen werden kann, können Angehörige mit wenigen Klicks testen, wie sehr sie belastet sind.“ Sie hoffe, dass in Zukunft mehr Angehörige den Mut finden sich frühzeitig beraten lassen. Weiter heißt es im Interview: „Ich hoffe aber auch, dass die Erkrankung eine Lobby findet in Gesellschaft und Politik. Und dass man Menschen mit Demenz nicht nur als erkrankte Menschen sieht, sondern als Menschen, die Schätze in sich tragen.“ Und schließlich hoffe sie, dass durch breit gefächerte Beratungs-, Versorgungs- und Unterstützungsangebote, auch mithilfe des digiDEM-Projektes, vielen Menschen geholfen werden könne.

Das Interview mit Corinna Bürner finden Sie hier:
„Eine Lobby für Demenz“ (Süddeutsche Zeitung, 08.09.2021)

Wie interessant fanden Sie diesen Artikel?

Klicken Sie die Sterne zur Bewertung an

Durschnittliche Bewertung: 4.5 / 5. Anzahl Bewertungen: 2

Bisher gibt es noch keine Bewertung. Geben Sie die erste ab!

Schade, dass Sie den Artikel nicht nützlich fanden.

Helfen Sie uns besser zu werden!

Was hat Ihnen nicht gefallen?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.