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Schwerpunkt des Monats:

"Psychopharmaka bei Demenz"

Dämpfende Arzneimittel bei Demenz reduzieren

Antipsychotika bei Demenz individuell abwägen

Medikamenteneinnahme als Frühindikator für Demenz

Cannabidol-reiches Öl bei neuropsychiatrischen Symptomen

Kombinierte Psychopharmaka können Demenzrisiko erhöhen



Titelbild digiDEM Bayern
Liebe Leserin, lieber Leser,

Antidepressiva und Antipsychotika (auch Neuroleptika genannt) sind Medikamente, die der Arzneimittelgruppe der Psychopharmaka zugeordnet sind. Die Substanzen beeinflussen bestimmte Stoffwechselvorgänge im Gehirn, was zu einer Veränderung der psychischen Verfassung führt. Treten bei Menschen mit Demenz sogenannte verhaltensbezogene- und psychische Symptome der Demenz (BPSD) wie zum Beispiel Stimmungsschwankungen, Unruhe und Wahnvorstellungen, aber auch Enthemmung, Euphorie und Reizbarkeit auf, werden häufig Psychopharmaka verschrieben. Doch hinter dieser scheinbar einfachen Lösung verbirgt sich ein komplexes Feld mit nicht unerheblichen Risiken.

In der März-Ausgabe unseres digiDEM Bayern Science Watch®-Newsletters werfen wir deshalb einen differenzierten Blick auf das Thema Psychopharmaka und Demenz. Welche Nebenwirkungen birgt die Behandlung mit Psychopharmaka? Kann die Einnahme von Psychopharmaka sich auf das Demenzrisiko auswirken? Gibt es neue, alternative Behandlungsmöglichkeiten?

Zwar können Medikamente in akuten Krisensituationen durchaus notwendig und hilfreich sein. Das Mittel der ersten Wahl sollte aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen zu Folge aber immer die Behandlung mit nicht-medikamentösen Therapien sein. Einer Übersichtsarbeit aus den USA zu Folge ist demnach die Schulung von Pflegekräften die wirksamste Maßnahme zur Behandlung von BSPD.

Forschende aus Italien stellen in ihrer aktuellen Übersichtsarbeit fest: Bislang gibt es kaum vielversprechende medikamentöse Behandlungsmöglichkeiten zur Behandlung von psychotischen Symptomen und Unruhezuständen bei Menschen mit Demenz. Der Einsatz von Psychopharmaka sollte daher immer individuell und sorgfältig geprüft werden. Ein unangemessener oder längerer Einsatz von pharmakologischen Therapien sollte vermieden werden.

Lassen Sie sich von unserem Newsletter-Schwerpunktthema „Psychopharmaka bei Demenz“ überraschen und freuen Sie sich auf die Facetten, die wir beleuchten.

Wie sich dämpfende Arzneimittel auf mögliche behandlungsbedürftige Stürze bei Menschen mit Demenz auswirken, haben Forschende des Universitätsklinikums Erlangen untersucht. Sie analysierten die Daten von 139 Menschen mit Demenz, die in fünf bayerischen Pflegeheimen lebten. In unserem Beitrag Dämpfende Arzneimittel bei Demenz reduzieren erfahren Sie mehr.

Nehmen Menschen mit Demenz Antipsychotika ein, ist dies mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Ereignisse wie zum Beispiel Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Lungenentzündung verbunden. Zu diesem Ergebnis kamen Forschende aus Großbritannien, Norwegen und Griechenland. Mehr zu den Ergebnissen von zwei Studien lesen Sie unter dem Titel Antipsychotika bei Demenz individuell abwägen.

Dass die Medikamenteneinnahme als Frühindikator für Demenz dienen kann, und zwar für eine Demenz im jüngeren Lebensalter, haben dänische Forschende herausgefunden. Sie haben die Medikamenteneinnahme von Menschen untersucht, die vor dem 65. Lebensjahr an Demenz erkrankten.

Cannabidol-reiches Öl bei neuropsychiatrischen Symptomen: Wie wirksam ist eine medizinische Cannabistherapie bei Erwachsenen mit neuropsychiatrischen Symptomen als Folge von Alzheimer-Demenz? Eine Studie aus Kolumbien kam zu dem Schluss, dass Cannabidol (CBD)-reiches Öl sowohl den Schweregrad der Symptome bei Betroffenen als auch die emotionale und körperliche Pflegebelastung bei Angehörigen reduzieren kann.

Benzodiazepine, Antidepressiva oder Antipsychotika: Forschende aus Kanada und Irland haben untersucht, wie sich Psychopharmaka auf die Kognition älterer Erwachsene auswirken. Die Wissenschaftler haben dabei einen Zusammenhang zwischen einer regelmäßigen Anwendung von Benzodiazepinen, bestimmten Antidepressiva und Antipsychotika und dem kognitiven Abbau bei älteren Erwachsenen identifiziert. Im Beitrag Kombinierte Psychopharmaka können Demenzrisiko erhöhen stellen wir die Studie vor.

Kennen Sie schon die digitalen Angebote von digiDEM Bayern für Menschen mit Demenz und deren An- und Zugehörige? Verschaffen Sie sich hier einen Überblick, nutzen Sie unsere kostenfreien Test- und Informationsangebote und empfehlen Sie sie weiter.

Wir wünschen Ihnen viele neue Erkenntnisse!

Herzliche Grüße
Ihr digiDEM Bayern-Team

Dämpfende Arzneimittel bei Demenz reduzieren

Wie sich dämpfende Arzneimittel auf mögliche behandlungsbedürftige Stürze bei Menschen mit Demenz auswirken, haben Forschende des Universitätsklinikums Erlangen untersucht. Sie analysierten die Daten von 139 Menschen mit Demenz, die in fünf bayerischen Pflegeheimen lebten. Werden Arzneimittel aus bestimmten Medikamentengruppen eingenommen, kann dies bei Menschen mit Demenz, die in Pflegeheimen leben, ein erhöhtes Sturzrisiko zur Folge haben. In ihrer Studie haben …

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Werden Arzneimittel aus bestimmten Medikamentengruppen eingenommen, kann dies bei Menschen mit Demenz, die in Pflegeheimen leben, ein erhöhtes Sturzrisiko zur Folge haben.

Antipsychotika bei Demenz individuell abwägen

Nehmen Menschen mit Demenz Antipsychotika ein, ist dies mit einem erhöhten Risiko für unerwünschte Ereignisse wie zum Beispiel Schlaganfall, Herzinsuffizienz und Lungenentzündung verbunden. Zu diesem Ergebnis kamen Forschende aus Großbritannien, Norwegen und Griechenland. Forschende aus Großbritannien wiesen ihrer Studie, die 2024 veröffentlicht wurde, auf die aktuelle Versorgungssituation hin: „Trotz Sicherheitsbedenken werden Antipsychotika weiterhin häufig zur Behandlung von Verhaltens- und psychischen Demenzsymptomen …

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Die Anwendung von Antipsychotika ist bei Menschen mit Demenz mit einer Vielzahl schwerwiegender Nebenwirkungen verbunden.

Medikamenteneinnahme als Frühindikator für Demenz

Die Einnahme von verschiedenen Medikamenten kann als möglicher Frühindikator für eine Demenz im jüngeren Lebensalter dienen. Zu dieser Erkenntnis gelangten dänische Forschende. Sie haben die Medikamenteneinnahme von Menschen untersucht, die vor dem 65. Lebensjahr an Demenz erkrankten. Eine oft übersehene Patientengruppen sind Menschen mit einer seltenen Demenzform, der sogenannten „Young Onset Demenz“ (YOAD), die bereits im jüngeren Lebensalter auftreten kann. …

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Eine oft übersehene Patientengruppen sind Menschen mit einer seltenen Demenzform, der sogenannten „Young Onset Demenz“ (YOAD), die bereits im jüngeren Lebensalter auftreten kann.

Cannabidol-reiches Öl bei neuropsychiatrischen Symptomen 

Wie wirksam ist eine medizinische Cannabistherapie mit Cannabidiol (CBD), dem dem nichtberauschend wirkenden Bestandteil der Hanfpflanze, bei Erwachsenen mit neuropsychiatrischen Symptomen als Folge von Alzheimer-Demenz? Eine Studie aus Kolumbien kam zu dem Schluss, dass CBD-reiches Öl sowohl den Schweregrad der Symptome bei Betroffenen als auch die emotionale und körperliche Pflegebelastung bei Angehörigen reduzieren kann. Halluzinationen, Angstzustände, Unruhe oder Apathie und Reizbarkeit: Mit einem …

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Eine Studie aus Kolumbien kam zu dem Schluss, dass CBD-reiches Öl sowohl den Schweregrad der Symptome bei Betroffenen als auch die emotionale und körperliche Pflegebelastung bei Angehörigen reduzieren kann.

Kombinierte Psychopharmaka können Demenzrisiko erhöhen

Benzodiazepine, Antidepressiva oder Antipsychotika: Forschende aus Kanada und Irland haben untersucht, wie sich Psychopharmaka auf die Kognition älterer Erwachsene auswirken. Die Wissenschaftler haben dabei einen Zusammenhang zwischen einer regelmäßigen Anwendung von Benzodiazepinen, bestimmten Antidepressiva und Antipsychotika und dem kognitiven Abbau bei älteren Erwachsenen identifiziert. Wie die Forschenden aus Kanada und Irland berichten, leidet jeder vierte Mensch über 65 Jahren an …

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In der 2024 veröffentlichten Publikation haben die Forschenden Hinweise darauf gefunden, dass die gemeinsame Einnahme von Benzodiazepinen und bestimmten Antidepressiva zu einem kognitiven Abbau bei älteren Erwachsenen führte, die zuvor keine kognitiven Beeinträchtigungen hatten. Auch die kombinierte Einnahme von Antipsychotika und anderer Psychopharmaka war mit einem Rückgang der geistigen Leistungsfähigkeit verbunden.
Aufruf zur Studienteilnahme:
Das Demenz-Forschungsprojekt digiDEM Bayern zielt darauf ab, die Lebensbedingungen von Menschen mit Gedächtnisbeeinträchtigungen oder Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Dafür suchen wir weiterhin Teilnehmende in ganz Bayern:
  • Forschungspartner: Als Forschungspartner befragen Sie Betroffene im Verlauf von drei Jahren zu ihrer Versorgungssituation. In Frage kommen zum Beispiel Beratungsstellen, Fachstellen für pflegende Angehörige, Arztpraxen oder Gedächtnisambulanzen. Sie können die Befragungen aber auch als Einzel-Person durchführen. Weitere Informationen finden Sie hier.
  • Betroffene: Sie leiden unter Gedächtnisproblemen oder bemerken dies verstärkt bei einem Angehörigen? In persönlich geführten Befragungen haben Sie die Möglichkeit, Ihre Situation zu schildern. Tragen Sie aktiv dazu bei, die Versorgungssituation nachhaltig zu verbessern. Weitere Informationen gibt es hier.

Über digiDEM Bayern

Das Forschungsprojekt ist eine Kooperation von:
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