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Psychosoziale Interventionen

in der Demenzbehandlung





digiDEM Bayern-Sonderreihe zur

Bayerischen Demenzwoche 2023





Heute in Teil 17: WIRTSCHAFTLICHKEIT VON PSYCHOSOZIALEN INTERVENTIONEN

in der DEMENZBEHANDLUNG

Titelbild digiDEM Bayern
Liebe Leserin, lieber Leser,

zum Abschluss unserer Sonderreihe anlässlich der Bayerischen Demenzwoche 2023 informieren wir Sie über die Wirtschaftlichkeit von psychosozialen Interventionen in der Demenzbehandlung.

Wir wünschen Ihnen viele neue Erkenntnisse beim Lesen!

Herzliche Grüße

Ihr
digiDEM Bayern-Team





Wirtschaftlichkeit von psychosozialen Interventionen in der Demenzbehandlung
von Univ.-Prof. Dr. med. Peter Kolominsky-Rabas, MBA
Neurologe und Gesundheitsökonom


Die wirtschaftliche Bedeutung psychosozialer Interventionen
Derzeit leben weltweit rund 55 Millionen Menschen mit einer Demenz. Die globalen
Versorgungskosten für die Betroffenen werden für das Jahr 2019 auf rund 1.313 Milliarden US-Dollar geschätzt (Wimo 2023).
Die Zahl der Menschen mit Demenz wird sich bis 2050 voraussichtlich verdreifachen und stellt daher eine ernsthafte Bedrohung für die Stabilität der Gesundheitssysteme dar. Der übermäßige Einsatz von antipsychotischen Medikamenten ­- im Volksmund „Beruhigungstabletten“ genannt - zur Behandlung der Demenzsymptome hat negative Folgen für die Betroffenen und erhöht gleichzeitig die Gesundheitsausgaben für die Gesellschaft.
Die sogenannten ‚psychosozialen Interventionen‘ können als eine sicherere und potenziell kostensparende Behandlungsoption bei der Therapie der Demenzen angesehen werden. Aus diesem Grund haben die medizinisch-wissenschaftlichen Fachgesellschaften psychosoziale Behandlungsmöglichkeiten in die deutsche Diagnose- und Behandlungsleitlinie ‚Demenzen‘ aufgenommen und empfehlen diese zur Anwendung.

Welche wissenschaftlichen Belege gibt es zur Wirtschaftlichkeit von psychosozialen Interventionen in der Behandlung der Demenzen?
Die Ergebnisse von zwei internationalen Übersichtsarbeiten belegen das vorteilhafte Kosten-Nutzen-Verhältnis von psychosozialen Interventionen. So konnten die Wissenschaftler*innen um A. Guzzon zeigen, dass sogenannte ‚Multikomponenten-Interventionen‘ (die sich sowohl an Pflegeheimbewohnende als auch an Nutzer*innen von Tagesbetreuungseinrichtungen richten), indirekte Strategien (Gruppenleben und Demenzpflegemanagement zu Hause), bestimmte Formen von maßgeschneiderter Beschäftigungstherapie sowie einige psychosoziale Interventionen für Betreuende von in der Gemeinschaft lebenden Menschen mit Demenz wirtschaftlich waren (siehe Referenz 1.).
F. Nickel und ihre Kollegen konnten ebenfalls zeigen, dass Bewegungsprogramme, Beschäftigungstherapie sowie kognitive und psychologische Behandlungsmöglichkeiten bei Menschen mit Demenz ein günstiges Kosten-Nutzen-Verhältnis aufwiesen (siehe Referenz 2.)





Referenzen
1. Guzzon A, Rebba V, Paccagnella O, Rigon M, Boniolo G (2023).
The value of supportive care: A systematic review of cost-effectiveness of non-pharmacological interventions for dementia.
PLoS ONE 18(5): e0285305.
Weblink zur Veröffentlichung: https://doi.org/10.1371/journal.pone.0285305

2. Nickel F, Barth J, Kolominsky-Rabas PL (2018).
Health economic evaluations of non-pharmacological interventions for persons with dementia and their informal caregivers: a systematic review. BMC GERIATRICS. 18, 69.
Weblink zur Veröffentlichung: https://doi.org/10.1186/s12877-018-0751-1
Aufruf zur Studienteilnahme:
Das Demenz-Forschungsprojekt digiDEM Bayern zielt darauf ab, die Lebensbedingungen von Menschen mit Gedächtnisbeeinträchtigungen oder Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Dafür suchen wir weiterhin Teilnehmende in ganz Bayern:
  • Forschungspartner: Als Forschungspartner befragen Sie Betroffene im Verlauf von drei Jahren zu ihrer Versorgungssituation. In Frage kommen zum Beispiel Beratungsstellen, Fachstellen für pflegende Angehörige, Arztpraxen oder Gedächtnisambulanzen. Sie können die Befragungen aber auch als Einzel-Person durchführen. Weitere Informationen finden Sie hier.
  • Betroffene: Sie leiden unter Gedächtnisproblemen oder bemerken dies verstärkt bei einem Angehörigen? In persönlich geführten Befragungen haben Sie die Möglichkeit, Ihre Situation zu schildern. Tragen Sie aktiv dazu bei, die Versorgungssituation nachhaltig zu verbessern. Weitere Informationen gibt es hier.

Über digiDEM Bayern

Das Forschungsprojekt ist eine Kooperation von:
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