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Psychosoziale Interventionen

in der Demenzbehandlung





digiDEM Bayern-Sonderreihe zur

Bayerischen Demenzwoche 2023





Heute in Teil 9:

REMINISZENZTHERAPIE bei DEMENZ

Titelbild digiDEM Bayern
Liebe Leserin, lieber Leser,

in unserer Sonderreihe anlässlich der Bayerischen Demenzwoche 2023 stellen wir Ihnen heute eine weitere psychosoziale Intervention in der Demenzbehandlung vor.

Wir wünschen Ihnen viele neue Erkenntnisse beim Lesen!

Herzliche Grüße

Ihr
digiDEM Bayern-Team





Reminiszenztherapie bei Demenz
von Anne Keefer, M. Sc.

Was ist Reminiszentherapie?
Die Reminiszenztherapie ist auch unter dem Namen „Erinnerungstherapie“ bekannt und wird häufig mit der Methode der Biografiearbeit durchgeführt (siehe Referenz 1.). Sie beruht darauf, dass bei Menschen mit Demenz insbesondere die im Langzeitgedächtnis gespeicherten Erinnerungen besser verfügbar sind als Ereignisse, die erst kürzlich stattgefunden haben. Es sollen Erinnerungen an Erlebnisse und Erfahrungen aus der Vergangenheit hervorgerufen werden. Häufig werden hierzu Bilder, Videos oder Gegenstände genutzt, um das Abrufen von Erinnerungen anzuregen. Generell können aber alle Sinne wie beispielsweise Geschmack oder Geruch angesprochen werden. Diese Therapie kann sowohl in einer Gruppe als auch einzeln angewendet werden.

Für wen eignet sich die Reminiszenztherapie?
Diese Therapie ist speziell für ältere Menschen mit Gedächtnisbeeinträchtigungen oder Demenz geeignet. Reminiszenztherapie kann sowohl im häuslichen als auch im stationären Umfeld durchgeführt werden.

Welche wissenschaftlichen Belege gibt es für die Wirksamkeit der Reminiszenztherapie?
Eine internationale Übersichtsarbeit zur Wirksamkeit der Reminiszenztherapie zeigte, dass diese psychosoziale Intervention unter bestimmten Bedingungen die kognitiven Fähigkeiten verbessert, die Lebensqualität steigert und die eigene Identität wieder in Erinnerung ruft (siehe Referenz 2.). Geringfügig können auch depressive Verstimmungen gemindert werden. In Form einer Gruppentherapie ist auch eine Förderung von sozialen Interaktionen möglich.

Referenzen
1. Gesundheitsinformation.de (2023). Reminiszenz-Therapie.
Weblink zur Veröffentlichung: https://www.gesundheitsinformation.de/glossar/reminiszenz-therapie.html

2. Woods B, O'Philbin L, Farrell EM, Spector AE, Orrell M (2018).
Reminiscence therapy for dementia. Cochrane database of systematic reviews.
Weblink zur Veröffentlichung: https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD001120.pub3/epdf/full
Aufruf zur Studienteilnahme:
Das Demenz-Forschungsprojekt digiDEM Bayern zielt darauf ab, die Lebensbedingungen von Menschen mit Gedächtnisbeeinträchtigungen oder Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Dafür suchen wir weiterhin Teilnehmende in ganz Bayern:
  • Forschungspartner: Als Forschungspartner befragen Sie Betroffene im Verlauf von drei Jahren zu ihrer Versorgungssituation. In Frage kommen zum Beispiel Beratungsstellen, Fachstellen für pflegende Angehörige, Arztpraxen oder Gedächtnisambulanzen. Sie können die Befragungen aber auch als Einzel-Person durchführen. Weitere Informationen finden Sie hier.
  • Betroffene: Sie leiden unter Gedächtnisproblemen oder bemerken dies verstärkt bei einem Angehörigen? In persönlich geführten Befragungen haben Sie die Möglichkeit, Ihre Situation zu schildern. Tragen Sie aktiv dazu bei, die Versorgungssituation nachhaltig zu verbessern. Weitere Informationen gibt es hier.

Über digiDEM Bayern

Das Forschungsprojekt ist eine Kooperation von:
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