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Ehrenamt stärkt die eigene
geistige Leistungsfähigkeit
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Liebe Leserin, lieber Leser,
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ehrenamtlicher Einsatz in der Freizeit tut gut: Er stärkt zum Beispiel den Zusammenhalt in einem Verein, hilft der Umwelt und unterstützt ältere Menschen. Was bisher kaum wissenschaftlich untersucht war, ist der gesundheitliche Nutzen für die ehrenamtlich Tätigen selbst. Unsere Kolleg*innen Anne Keefer, Kathrin Steichele, Prof. Dr. med. Elmar Gräßel, Prof. Dr. Hans-Ulrich Prokosch und Prof. Dr. med. Peter Kolominsky-Rabas haben nun herausgefunden: Die Freiwilligenarbeit kann sich positiv auf die geistige Leistungsfähigkeit der Ehrenamtlichen auswirken.
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Wir von digiDEM Bayern freuen uns deshalb, Ihnen in der heutigen Sonderausgabe unseres Newsletters die neuen Forschungsergebnisse vorzustellen.
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Schätzungen zufolge sind mehr als eine Milliarde Menschen weltweit ehrenamtlich tätig. Wissenschaftler*innen haben bereits festgestellt, dass Freiwilligenarbeit unterschiedliche Ebenen der kognitiven, sozialen und körperlichen Aktivierung beeinflusst. So muss etwa ein ehrenamtlich tätiger Schiedsrichter oder eine ehrenamtlich tätige Schiedsrichterin mit den Fußballer*innen sprechen, sich die Fußballregeln merken, dem Spielverlauf folgen und „mitdenken“ – und schließlich auch körperlich fit sein, um auf dem Platz aktiv mitlaufen zu können.
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Risikofaktoren reduzieren
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Am Beispiel der Demenzerkrankung zeigt das Forschendenteam um Anne Keefer auf, inwiefern sich das Ehrenamt die eigene Gesundheit des ehrenamtlich Tätigen auswirken kann. Denn zur Entwicklung einer Demenz tragen vielfältige Risikofaktoren bei. Dazu gehören auch solche, die veränderbar sind wie zum Beispiel eine niedrige Bildung, Bluthochdruck, Übergewicht, Rauchen und Diabetes. „Freiwilligenarbeit ist ein vielversprechender Ansatz zur Reduktion der drei wichtigen Risikofaktoren soziale Isolation, körperliche Inaktivität und Depressionen“, sagt Anne Keefer, wissenschaftliche Mitarbeiterin im Projekt Digitales Demenzregister Bayern (digiDEM Bayern). „Denn ehrenamtliches Engagement fördert nicht nur die sozialen Kontakte, sondern hält die Ehrenamtlichen oftmals in Bewegung und kann sich positiv auf deren Stimmung auswirken.“
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Systematische Übersichtsarbeit
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In ihrer systematischen Übersichtsarbeit haben die Forschenden insgesamt 14 Studien analysiert, die zwischen 2017 und 2021 in den USA, Korea, Taiwan, Brasilien, England, England/Schottland, Neuseeland, China und Japan veröffentlicht wurden. Ziel der Übersichtsarbeit war, die Zusammenhänge zwischen ehrenamtlicher Tätigkeit und der Hirnleistung (der sogenannten kognitiven Gesundheit) von Freiwilligen zu untersuchen und Einflussgrößen wie Geschlecht, Bildung und Häufigkeit des ehrenamtlichen Einsatzes zu identifizieren.
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„Neun dieser Studien berichteten einen positiven Zusammenhang zwischen ehrenamtlicher Tätigkeit und Funktionen unseres Gehirns wie etwa Denken, Wahrnehmung, Aufmerksamkeitsfähigkeit und Sprachvermögen“, erläutert Anne Keefer. Bezüglich der Häufigkeit der ehrenamtlichen Tätigkeit zeigen die Studien jedoch widersprüchliche Ergebnisse. „Es bleibt unklar, ob das Prinzip "je mehr, desto besser" einen wichtigen Einfluss auf die Kognition von Freiwilligen hat“, betont Prof. Dr. med. Peter Kolominsky-Rabas, Co-Autor, Neurologe und Projektleiter von digiDEM Bayern. Häufigeres freiwilliges Engagement scheint sich positiver auf die kognitive Gesundheit auszuwirken. Andere Studienergebnisse aber deuten darauf hin, dass es wichtig sei, sich grundsätzlich ehrenamtlich zu engagieren, unabhängig davon, wie oft man sich für andere einsetzt.
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Wem ehrenamtliche Tätigkeit am meisten nützt
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Die Forschungsarbeit förderte zudem die Erkenntnis zutage, dass insbesondere Frauen von der Freiwilligentätigkeit in Bezug auf die kognitive Gesundheit profitieren. Dies ist hinsichtlich einer Demenzerkrankung insofern bedeutsam, als dass Frauen häufiger von Demenz betroffen sind als Männer. Daher können Frauen in gesundheitlich größerem Umfang von ehrenamtlicher Tätigkeit profitieren.
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Das Durchschnittsalter der Teilnehmenden an den analysierten Studien lag zwischen 61 und 74 Jahren. Daher sind die Ergebnisse über positive Zusammenhänge zwischen Freiwilligenarbeit und Kognition auf diese Altersgruppe beschränkt. Die Hauptautorin Anne Keefer schränkt ein: „Unsere Studienergebnisse deuten darauf hin, dass die Freiwilligenarbeit die kognitiven Fähigkeiten der Freiwilligen verbessern kann. Doch zusammengenommen sind die Studienergebnisse nicht einheitlich genug, um eine klare Aussage zu treffen.“
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Bereicherung für die Gesellschaft
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Andererseits können ehrenamtlich Tätige durch ihr Engagement für Menschen mit Demenz die eigenen kognitiven Fähigkeiten verbessern und somit den Abbau ihrer eigenen geistigen Leistungsfähigkeit verzögern. Einen positiven Effekt können auch die pflegenden An- und Zugehörigen erfahren, da diese entlastet werden. „Wir sprechen also von einer klassischen Win-Win-Situation“, fasst Co-Autor Prof. Dr. med. Peter Kolominsky-Rabas zusammen.
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Die Studie ist im Journal of Multidisciplinary Healthcare erschienen.
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Aufruf zur Studienteilnahme:
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Das Demenz-Forschungsprojekt digiDEM Bayern zielt darauf ab, die Lebensbedingungen von Menschen mit Gedächtnisbeeinträchtigungen oder Demenz und ihren Angehörigen zu verbessern. Dafür suchen wir weiterhin Teilnehmende in ganz Bayern:
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- Forschungspartner: Als Forschungspartner befragen Sie Betroffene im Verlauf von drei Jahren zu ihrer Versorgungssituation. In Frage kommen zum Beispiel Beratungsstellen, Fachstellen für pflegende Angehörige, Arztpraxen oder Gedächtnisambulanzen. Sie können die Befragungen aber auch als Einzel-Person durchführen. Weitere Informationen finden Sie hier.
- Betroffene: Sie leiden unter Gedächtnisproblemen oder bemerken dies verstärkt bei einem Angehörigen? In persönlich geführten Befragungen haben Sie die Möglichkeit, Ihre Situation zu schildern. Tragen Sie aktiv dazu bei, die Versorgungssituation nachhaltig zu verbessern. Weitere Informationen gibt es hier.
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Über digiDEM Bayern
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Das Forschungsprojekt ist eine Kooperation von:
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